[italienisch] Gnocchi di pane e spinaci – Brotgnocchi mit Spinat

Es müssen nicht immer Kartoffeln sein

Bei unserer kleinen Kocherei aus dem “Silberlöffel“* musste auch ein Pastagang dabei sein. Die Freunde entschieden sich für Gnocchi aus altem Brot mit Spinat. Zu Risotto, das wäre mein Job gewesen, oder Nudeln liessen sie sich nicht motivieren. So kochte Harm für und mit uns diese wirklich leckeren Gnocchi. Mal was anderes als die üblichen Kartoffelgnocchi.

[italienisch] Gnocchi di pane e spinaci - Brotgnocchi mit Spinat

Brotgnocchi mit Spinat

Die Zubereitung liest sich komplizierter als es eigentlich ist. Wir mussten etwas mehr Milch verwenden, als im Rezept angegeben, weil das Brot schon sehr trocken war. Aber ansonsten klappte es super und es war wirklich spannend zu sehen, ob sich der Teig im Kochwasser zerlegt oder nicht ;-) Harm hat das wirklich gut hinbekommen und die Gnocchi waren mein Highlight des Abends.

Die Brotgnocchi bekommen durch den Spinat eine frische und würzige Note, dazu reicht wirklich etwas zerlassene Butter und frisch geriebener Parmesan. Am nächsten Tag liessen sich die Reste gut in der Pfanne aufwärmen, sie waren dann etwas fester, aber nicht minder köstlich.

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[italienisch] Crostini ai fegatini di pollo e prosciutto – Hühnerlebercrostini mit Schinken

Wünsche, die man gerne erfüllt

Immer wieder sprach der Mann davon, mal was aus dem “Silberlöffel“* zu kochen, der sich selbst als Bibel der italienischen Küche bezeichnet. Irgendwie hat das Kochbuch vor Jahren den Weg zu uns gefunden und wurde bisher sträflichst vernachlässigt. Das sollte sich nun ändern – wir luden uns Freunde ein, die mit uns die Rezepte aussuchten und am letzten Samstag kochten. Was wir alles gekocht haben und was dich in den nächsten an Rezepten erwartet, erfährst du unter anderem auf meiner Facebookseite. Liken lohnt sich, denn dort findest du auch vieles mehr und kannst meinem Blog bequem folgen.

[italienisch] Crostini ai fegatini di pollo e prosciutto - Hühnerlebercrostini mit Schinken

Hühnerlebercrostini mit Schinken

Als Antipasti hat sich die kochwütige Meute diese köstlichen Crostini mit Hühnerleber und Schinken – wir verwendeten Pancetta – gewünscht. Die Zubereitung ist einfach, dauert aber etwas länger, weil die Zwiebel-Schinken-Mischung etwas länger angeschwitzt werden muss. So bekommen die Zwiebeln eine süssliche Note und das Fett des Schinkens schmilzt und kann sich so gut mit der Leber verbinden. So bekommst du eine feine Leberpaste mit einer würzigen Schinkennote. Zusätzliches Salz brauchst du voraussichtlich nicht, der Schinken würzt reichlich. Wunderbar harmoniert das knusprige Brot mit der weichen, aromatischen Paste. Ein feiner erster Gang eines italienischen Menues!

Reste von der Leberpaste kannst du mit etwas flüssiger Butter begossen bis zum nächsten Tag problemlos kaltstellen.

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[chinesisch] Xi Hong Shi Chao Ji Dan – Tomate mit Ei

Simpel, schnell gemacht und lecker

Einfache Gerichte können oft so bestechend köstlich sein, wie viele Rezepte aus “Shanghai Strassenküchen“* beweisen. Für meine Rezension hatte ich mir unter anderem dieses simple Gericht mit Tomaten und Rührei ausgesucht.

Wie oft in den Garküchen dieser Welt ist auch dieses Rezept schnell zubereitet und für uns Europäer auch eine gelungene Abwechslung zum sonst eher langweiligen Rührei. Perfekt zum Frühstück oder als schnelles Mittag- oder Abendessen.


Tomate mit Ei oder Ei mit Tomate

Darüber wurde ich mir nicht einig. Fakt ist aber, dass der Reiswein und das Wasser in der Eimasse das Rührei schön fluffig werden lassen und die Tomaten eine süssliche frische Note dazugeben. Die Frühlingszwiebeln sorgen für einen würzigen Knack.

Wichtig ist, dass ihr mit den Eiern beginnt, sonst wird das Gericht schnell matschig. Im Rezept werden die Tomaten gehäutet, was ich mir wie so oft geschenkt habe. Das macht das Ganze etwas rustikaler, aber bestimmt nicht weniger köstlich.

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[Rezension] Shanghai Strassenküchen

Ihr seht, ich setze meinen Vorsatz, mehr Rezensionen zu schreiben und vor allen Dingen auch strukturierter zu bloggen direkt in die Tat um. Daher habe ich den Rezensions-Sonntag wiederbelebt und stelle euch heute “Shanghai Strassenküchen“* vom AT-Verlag vor.

Cover Shanghai StrassenküchenCopyright: AT-Verlag

Erster Eindruck

Gut liegt es in der Hand, eher breit als hoch ist es und hat ein Hardcover. Es kommt ohne Schutzeinband daher und hat ein Lesebändchen. Der Einband ist unspektakulär matt und lässt sich gut anfassen. Man kann es prima auf der Couch lesen und es bleibt auch aufgeschlagen liegen, wenn man in der Küche damit arbeitet oder ein Rezept abfotografieren will, um es auf dem Tablet mit in die Küche zu nehmen. Durch das dicke matte Papier kann man gut darin blättern. Fühlt sich wertig an – gefällt mir!

Schauen wir mal ins Buch

Liebevoll gemacht, das sind die ersten Worte, die mir dazu einfallen. Die Seiten sind nicht reinweiss, sondern zart mit chinesischen Ornamenten und unterschiedlichen blassen Hintergründen verziert. Jedes Kapitel hat dabei seine eigene pastellige Farbe. Ausgestattet mit vielen Bildern der vorgestellten Gerichte und der Menschen, die diese Speisen Tag für Tag an ihren Strassenständen zubereiten.

Die Autorinnen holen den Leser zu Anfang ab mit einer sehr schönen Erklärung, was eine Stadt ausmacht. Darauf folgt eine kleine Gebrauchsanweisung für das Buch, wo wir etwas über die Strassenküchen im allgemeinen, Vorurteile gegenüber der chinesischen Küche, Hygiene, die Lage der Shanghaier Strassenküchen, Personenanzahl pro Gericht und die Zutaten erfahren.

Danach geht’s los mit den liebevollen Porträts einzelner Strassenküchen und ihrer Betreiber sowie einem oder mehreren Rezepten, die in den einzelnen Küchen zubereitet werden. So erfahren wir etwas über Xu Xia, die Baozi und die köstlichen chinesischen Tee-Eier verkauft, oder wir lernen Cai Ruolin kennen, der Stinketofu verkauft.

Und das genau ist für mich die Stärke dieses Kochbuchs – schöne atmosphärische Bilder von Shanghais Strassenküchen mit packenden Vorstellungen der Menschen, die sie betreiben. Ich wäre am liebsten sofort nach Shanghai geflogen und hätte diese Garküchen ge- und besucht.

Dazu findet man ein Rezepteverzeichnis mit den chinesischen Namen der Gerichte sowie eins mit den deutschen Namen. Ausserdem Karten mit den Herkunftsorten der Strassenküchen-Betreiber und die Lage der Strassenküchen beim Besuch der Autorinnen, heute kann das schon wieder ganz anders sein ;-) Desweiteren erfährt man Details über die Autorinnen.

Und wie sind die Rezepte?

Jedes Rezept hat mindestens ein Bild vom Gericht oder der Zubereitung. Ausserdem findet man den chinesischen Namen des Rezepts sowie den deutschen Namen. Da hätte ich mir etwas mehr Sorgfalt gewünscht, denn meist schreiben die Autorinnen den chinesischen Namen in einem Wort, was zu zumindest für mich zu Irritationen führt. Leider wird keine Personenanzahl für die Rezeptmenge angegeben, das wird zwar in der Gebrauchsanweisung erklärt, schade finde ich es aber trotzdem.

Dafür sind die Zutaten für die Rezepte meist einfach zu beschaffen. Man hat wert darauf gelegt, dass die Leser die meisten Zutaten im gut sortierten Supermarkt bekommt, was in wenigen Fällen zu mangelnder Authentiziät führt, wie z.B. beim Mapo Doufu mit Sambal Oelek und Tomatenmark.

Nun ja, das ist meckern auf hohem Niveau, weil man mit diesem Kochbuch doch einen grossen Schatz an chinesischem Fast Food aus vielen Regionen erhält sowie Rezepte, die sich oft gut nachkochen lassen und einen guten Eindruck der Garküchen zeigen.

Es finden sich Rezepte für vegetarische und vegane Gericht sowie Fleischspeisen. Eine Kennzeichnung der fleischlosen Rezepte wäre schön gewesen.

Mein Exemplar ist gut gespickt mit Klebezetteln, gerne würd ich noch unter anderem “chinesische Hamburger”, Jiaozi, You Tiao, würzigfrische Lammsuppe aus Uigurien, süss und salzig gefüllte Fladen und Eierkuchen zubereiten

Das habe ich schon daraus gekocht:

Da ich mich oft fleischlos ernähre, waren es bisher nur vegetarische und vegane Gerichte, die ich nach Rezepten aus dem Kochbuch zubereitet habe.

Chinesisches Rührei mit Tomaten - Xi Hong Shi Chao Ji Dan

Chinesisches Rührei mit Tomaten und dem komplizierten Namen Xi Hong Shi Chao Ji Dan – fluffiges Rührei mit Reiswein und süssen Tomaten, sehr lecker und eine schöne Abwechslung zu europäischem und indischem Rührei, die öfter auf meinen Tisch kommen. Das Rezept habe ich morgen für dich.

Cong You Bing, Frühlingszwiebel-Pfannkuchen

Cong You Bing, Frühlingszwiebel-Pfannkuchen – das Rezept musste ich allerdings mehrmals lesen, um die Zubereitung zu verstehen, dann war es aber ganz einfach. Wirklich köstlich sind die chinesischen Pfannkuchen. Die wird es jetzt öfter geben als kleinen Snack, denn man kann sie auch prima nochmal aufwärmen, indem sie erneut in der Pfanne kurz brät.

Chaye Dan, die bekannten marmorierten Tee-Eier

Chaye Dan, die bekannten marmorierten Tee-Eier – toll, wirklich lecker und überraschend im Aroma. Auch dieses Rezept begeisterte mich und bereichert sicher noch öfter meinen Speiseplan.

Chao Mian, gebratene Nudeln

Chao Mian, gebratene Nudeln mit Ei und Pak Choi - da ich keinen Pak Choi bekam, habe ich Mangold verwendet. Ich habe ein bisschen an den Mengen geschraubt, weil es mir nach dem Rezept im Buch etwas aromatisch flach erschien. Gerne stelle ich euch mein Rezept dazu nächste Woche vor.

Tinas Resümee

Das Wichtigste zuerst: 5 von 6 Tina-Punkten!

Ganz einfach, weil es ein wunderbares und liebevoll gestaltetes Kochbuch ist und jeder auch Rezepte für sich darin findet. Man erfährt viel über Strassenküchen und die Menschen, die sie betreiben. Die Rezepte sind für Anfänger in der chinesischen Küche aufgrund der wenigen exotischen Zutaten gut nachkochbar und die Profis freuen sich über eine Auswahl an Gerichten, die nicht in jedem chinesischen Kochbuch stehen. Aber Vorsicht, auch du wirst sofort in den Flieger steigen und an den Garküchen Shanghais entlangschlendern und dort essen wollen!

Und sonst?

Shanghai Strassenküchen (bei Amazon kaufen*)
Julia Dautel, Nicole Keller

ISBN: 978-3-03800-716-6
Einband: Gebunden
Umfang: 142 Seiten
Gewicht: 780 g
Format: 25 cm x 26 cm

24,90 €

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Info – Das Kochbuch wurde mir kosten- und bedingungslos vom AT Verlag zur Verfügung gestellt. Ich gebe hier meinen unbeeinflussten persönlichen Eindruck wieder.

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