[indisch] Dahaiwale Aloo Gobi – Blumenkohl-Kartoffel-Curry mit Joghurt

Es gibt doch noch Überraschungen, immer wieder!

Zig mal gekocht in verschiedenen Variationen und du denkst, dich kann nichts mehr überraschen. So dachte ich beim Dahaiwale (in Joghurt gekocht) Aloo (Kartoffel) Gobi (Blumenkohl) aus Bihar, das ich in Atul Kochhars “Simple Indian“* (deutsche Übersetzung hier*) fand. Aber weit gefehlt. Interessant beim Drüberlesen entdeckte ich, dass er die üblichen Verdächtigen wie Zwiebel, Knoblauch und Ingwer nicht verwendet, dafür aber Schwarzkümmel und einige ganze Gewürze, die den Geschmack zusammen mit dem Garam Masala, das hier wie so oft zum Schluss dazugegeben wird, sehr harmonisch machen.

Bei dieser Zubereitung merkt man, warum Schwarzkümmel auch Zwiebelsamen bzw. Onion Seeds genannt wird – das Gericht bekommt tatsächlich eine feine zwiebelige Note, nicht zu vergleichen mit mitgekochter Zwiebel, aber angenehm süsslich-mild.

Ich bin so begeistert, dass ich das Curry auch mit den eher unhübschen Fotos euch vorstellen muss. Indisches Essen ist ja oft nicht das hübscheste und ich mag Authentizität – auch bei den Fotos ;-)

[indisch] Dahaiwale Aloo Gobi - Blumenkohl-Kartoffel-Curry mit Joghurt

Meine Tipps zu Dahaiwale Aloo Gobi – Blumenkohl-Kartoffel-Curry mit Joghurt

Du kannst sicher auch leicht angegarte Gemüse verwenden (Mikrowelle!), damit das Curry schnell auf dem Tisch steht. Beim Joghurt gilt – je fetter, desto weniger flockt er aus. Ausserdem hilft es immer ein bisschen, den Joghurt vorher gut zu verrühren und das Curry nach der Joghurtzugabe nicht mehr zu stark zu kochen.

Die ganzen Gewürz inclusive Garam Masala kannst du auch durch ein gutes Currypulver ersetzen. Schmeckt dann halt anders und ist auch nicht mehr authentisch, aber es schmeckt bestimmt nicht schlecht. Aber Schwarzkümmel solltest du auf jeden Fall im Haus haben, denn der sorgt für den Kick, der mich so begeisterte und auch dich erfreuen wird. Probier’s aus!

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[indisch] Rezept Nr. 200 und was zu gewinnen

Zur Feier des 200. indischen Rezepts etwas besonderes

Der Mann hat sich todesmutig durch meine Bibel der indischen Küche von Pushpesh Pant (Kochbuch auf englisch* und auf deutsch*) gewühlt, um für euch dieses köstliche Gericht aus einer anderen Zeit herauszusuchen.

Kundan Kaliya (übersetzt etwas wie goldenes Fleisch) ist eine sehr alte Zubereitung aus Uttar Pradesh, genauer gesagt dem Awadh, im Norden Indiens und schon seit der Zeit Akbars, einem der bedeutensten Mogulherrscher, im 16. Jahrhundert bekannt. Aus der Mogulzeit sind viele Zubereitungen überliefert, die mit Nüssen, Joghurt, Sahne und oft auch Blattgold verfeinert sowie von der persischen Küche beeinflusst wurden.

Sowas koche ich nicht jeden Tag, schon alleine, weil es ein wenig aufwendiger und auch recht gehaltvoll ist. Das 200. Rezept sollte auf jeden Fall etwas besonderes sein und so fiel die Entscheidung leicht.

Man findet für dieses Gericht Rezept mit Hackfleisch, aber auch mit Fleischstücken so wie hier. Manche verwenden nur Joghurt oder nur Sahne, gelegentlich entdeckt man auch Rezepte mit Blattgold. Auch wenn Pushpesh Pant in seinem Rezept Blattgold vorsah, habe ich es weggelassen. Dem Geschmack hat es sicher nicht geschadet.

Kundan Kaliya

Kundan Kaliya – Golden Lamb Curry

Wunderbar cremig ist das Ergebnis der Mühen, eine feine goldfarbene Sauce, die auch wegen des Geschmacks an die Briten denken lässt, die sich eine solche Gewürzmischung herstellen liessen und sie als Currypulver mit nach England brachten. Ich kann sie verstehen, wahrscheinlich hätte ich ähnlich gehandelt. So köstlich und rund der Geschmack, so cremig und üppig die Sauce – ja, golden ist anscheinend die beste Bezeichnung dafür. Übrigens genug Sauce, um noch reichlich Reis oder indisches Fladenbrot dazu zu essen, zu dippen und im Genuss zu schwelgen. Kein Gericht, dass du schnell wegisst, sondern jeden Bissen und jedes in Sauce getunkte Stück Brot geniesst. Ich bin begeistert und du wirst es auch sein.

Und jetzt zum Rezept und zum Gewinnspiel

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[chinesisch] Fu Zhu Sao Niu Rou – Rotgeschmortes Rindfleisch mit Tofubambus

Jäger und Sammler

Unter diesem Begriff müsste eigentlich ein Bild von mir zu finden sein. Ich bin ein Zutatengeek, ein Trüffelschwein und verrückt sowieso. Das erklärt besonders, warum die Vorratsschränke hier nahezu aus allen Nähten platzen und ich das Sortiment diverser Asialäden im Schlaf aufsagen kann. Wenn du jemals jemanden Regale scannenderweise durch einen Asialaden schlurfen siehst – ich bin’s nur.

Meist finde ich Zutaten (“Oh, guck mal, was ist das denn? Klingt ja spannend, kostet auch nicht viel und ist haltbar – geht mit!”) einfach beim Schlendern – nicht nur im Asialaden, auch im Grossmarkt, auf dem Wochenmarkt und sonstwo – oder ich entdecke Rezepte mit Zutaten, die ich noch nicht kenne, wovon ich aber denke, dass es nur wenig Aufwand ist, sie zu besorgen.

So geschehen bei diesem Tofubambus, Tofu Bamboo oder auch auf chinesisch Fu Zhu. Das ist die getrocknete Haut vom Tofu bzw. die Haut, die auf erhitzter Sojamilch bildet. Diese wird dann vorsichtig abgezogen und getrocknet. Oft findet man sie im Asialaden glatt gefaltet oder halt in dieser Variante, wo sie grob zu Stangen zusammengerafft wird. Sie hat einen cremigen, nussähnlichen Geschmack. Man kann sie verwenden, um darin etwas einzuwicklen oder wie hier in einem Schmorgericht. Auf jeden Fall eine tolle Entdeckung.

[chinesisch] Fu Zhu Sao Niu Rou - Rotgeschmortes Rindfleisch mit Tofubambus

Fu Zhu Sao Niu Rou – Rotgeschmortes Rindfleisch mit Tofubambus

Eigentlich ganz einfach – Fleischstücke blanchieren, dann die Sauce herstellen und das Fleisch zugeben. Kurz vor Schluss die eingeweichten Tofustücke zugeben und geniessen. Ziemlich narrensicher und wahnsinnig lecker. Passt übrigens auch wunderbar zu chinesischen Nudeln, ähnlich wie unser gutes deutsches Gulasch ;-)

Falls du keinen Tofubambus bekommen kannst, verwende einfach Stücke von blanchiertem Wurzelgemüse oder Bambusstücke. Aber die Suche nach dem Tofubambus ist dieses Gericht allemal wert.

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[chinesisch] Ma Po Dou Fu in einer veganen Version

Tofu, wie er sein soll

Wie ihr wisst, bin ich kein grosser Fan von Fleischersatzprodukten. Aber Tofu in seiner ursprünglichen Form, nämlich eben nicht als Ersatzprodukt, mag ich wirklich gerne. Ich denke, dass eine solche Zubereitung auch Tofu-Hassern – die das aus genau diesem Grund sind – auch schmecken wird.

Ich bekomme immer die Krise, wenn ich lese, Tofu müsse nur ordentlich mariniert werden, damit man Geschmack dran kriegt. Bullshit! Es mariniert auch kaum einer seine geschmackarme Antibiotika-Pute aus dem Discounter, die wahrscheinlich auch noch mit Wasser aufgespritzt wurde, nur damit sie schwerer ist. Ne, das ist ja gesund und leicht, kalorien- und fettarm. Da raufe ich mir schon während des Schreibens die Haare.

Nein, Tofu muss nicht mariniert werden. Es reicht, wenn man ihn so zubereitet, wie es andernorts seit langer Zeit getan wird.

Hier habe ich nun Tofu nach Art der pockennarbigen Alten mitgebracht, so heisst diese Zubereitung übersetzt. Eine wirklich alte Zubereitungsart, die eigentlich mit gehacktem Fleisch zubereitet wird und somit mitnichten vegetarisch ist. Fuchsia Dunlops Version aus “Every Grain of Rice“* kommt allerdings ohne Fleisch aus. Die Zutat, die hier das Hackfleisch ersetzt, sind die von mir sehr geliebten fermentierten schwarzen Bohnen, die du in einem gut sortierten Asiamarkt findest. Meist wird in den Rezepten angegeben, dass man sie abspülen soll. Das habe ich allerdings noch nie getan und finde auch, dass es ihnen einen wichtigen Teil ihres Aromas nimmt.

Zum Szechuanpfeffer, der eine leicht betäubende Wirkung auf die Zunge hat, sagte uns mal ein Sichuan-Chinese, dass man gerne den bitzelnden Pfeffer an Gerichte mit viel Chili gibt, um mehr Chili essen zu können. Sicher auch wegen seiner antibakteriellen Wirkung. Wer mal die Fleischstände in Asien gesehen hat, weiss auch warum ;-) Hygienisch ist anders..

[chinesisch] Ma Po Dou Fu in einer veganen Version

Ma Po Dou Fu in einer veganen Version

Zarter Tofu, dazu der Biss der schwarzen Bohnen und die sehr würzige Sauce machen das Gericht zu einem echten Erlebnis. Schön scharf ist es und das Bitzeln des Sichuanpfeffers auf der Zunge macht – zumindest mir – einfach Spass. Ein schlichtes, aber effektvolles Essen, das schnell und leicht zuzubereiten ist. Guten Szechuanpfeffer zu bekommen, ist deutlich schwerer ;-)

 

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