Diese Saison haben wir wieder die Gelegenheit genutzt, ein paar Bockshornkleesamen in die Erde zu stecken, um frisches Bockshornkleegrün zu erhalten. Das kriegen auch Leute wie ich hin, deren Daumen farbenblind ist. Allerdings stehen die Pflänzchen diesmal beim Vater des Mannes im Garten, es ist ein bisschen mehr ;-)

Dieses Aloo (Kartoffel) Methi (Bockshornkleegrün) habe ich vor Jahren schon mit getrockneten Blätter, die man im Asialaden bekommt (Kasuri Methi), zubereitet. Jetzt gönne ich ihm die frischen Blätter und superscharfe, aber auch voll aromatische Naga Jolokia, die schärfste Chili der Welt. Und wenn wir schon nur eine halbe Chili verwenden und auch noch die Kerne rauskratzen, will das was heissen.
Wir haben sie statt der grünen Chili verwendet, die Camellia Panjabi in ihrem Rezept im Kochbuch “Indische Currys” verlangt.

Das Bockshornkleegrün hat was von Liebstöckel, riecht ein bisschen nach Maggi, nur süsslicher. Schmeckt ein bisschen herber und natürlich nur so salzig, wie du es magst. Es ist eins meiner Lieblingskräuter, ich liebe den Duft im meiner Küche. Zum Glück verfliegt er auch nicht soooo schnell, was aber auch an den räumlichen Gegebenheit liegen mag.

Entgegen dem Rezept habe ich die Bockshornkleeblätter in Etappen in die Pfanne gegeben. Zuerst die kleingehackten Stiele, dann einen Teil der Blätter und eine kleine Handvoll Blätter erst kurz vor dem Servieren. Das scheint mir effektiver, als direkt alles tot zu braten.

Dazu gab’s Basmati mit Ghee und eine Raita, die ich aus Joghurt, gehackter Minze und Koriander, etwas gemahlenem Kreuzkümmel und Kala Namak hergestellt habe.

 

Kartoffeln mit Bockshornkleegrün – Aloo Methi
Würziges Kartoffelgericht

Autor:
Kueche: indisch
Portionen: 2

Vorbereitungszeit: 
Kochzeit: 
Gesamtzeit: 

Zutaten
  • 250 g Kartoffeln, in kleinen Würfeln (Tina – 400 g)
  • 50 g Bockshornkleegrün (Tina – 40 g)
  • Salz
  • 3 EL Öl
  • 2 Knoblauchzehen, gehackt
  • 1 grüne Chilischote, gehackt (Tina – ½ Naga Jolokia, entkernt und gehackt)
  • 1 MSP Curcuma, gemahlen
  • 4 Zweige frischer Dill, gehackt
  • 1 EL Koriandergrün, gehackt
  • (Tina – ½ TL Kreuzkümmelsaat)

Zubereitung
  1. Die Bockshornkleeblätter mit einer Prise Salz in einer Schale Wasser ½ Stunde einweichen, damit sie ihren leicht bitteren Geschmack verlieren. Die Blätter abtropfen lassen und hacken, Stiele fein gehackt, Blätter gröber.
  2. Das Öl in einer grossen Pfanne erhitzen. Knoblauch und Chilischote darin anbraten, nach einigen Sekunden die Bockshornkleeblätter (Tina – nur die Stiele) zufügen und 1 Minute mitbraten.
  3. Kartoffeln, Curcuma und Salz in die Pfanne geben und unter ständigem Wenden 2 Minuten braten. Dill und Koriandergrün (Tina – einen Teil davon sowie einen weiteren Teil Bockshornkleeblätter) untermischen.
  4. Die Kartoffeln zugedeckt bei sehr niedriger Temperatur in etwas 15 Minuten fertigbraten, eventuell zwischendurch mit etwas Wasser beträufeln. (Tina – restliches Koriandergrün sowie Bockshornkleeblätter unterrühren und sofort servieren)

 

Endlich sind sie da, die Dicken Bohnen, auch Sau- oder Ackerbohnen genannt. Ich liebe sie sehr, sie kommen für mich – wenn ich denn eine Hitliste hätte -  knapp nach frischen Erbsen und noch vor Spargel.

Leider muss man schon richtig viel Dicken Bohnen in Schote kaufen, um ein Häufchen verwertbare Bohnenkerne zu erhalten. Aber man wird belohnt für die Arbeit. Diesmal sind von knapp 1200 g Dicken Bohnen nur etwa 300 g Bohnen in Lederhaut geblieben, die ich kurz blanchiert habe, um dann nach Entfernung der Häutchen auf den kümmerlichen Rest von knapp über 200 g Bohnenkerne zu blicken.

Wie für den ersten Spargel hatte ich mir auch für die ersten Dicken Bohnen ein Rezept zurecht gelegt – Lasagne mit Dicken Bohnen und Ziegenkäse aus dem phantastischen Kochbuch “Vegetarisch auf die Schnelle” von Rose Elliot.
Wenn man mal von der Bohnenpuhlerei absieht, ist das ein wirklich schnelles Gericht und superlecker noch dazu. Aber auch die Bohnen sind mit etwas Übung schnell nackig gemacht.

Begeistert an diesem Gericht hat mich vor allen Dingen, dass diese Lasagne keine Auflaufform braucht, mit ofenfesten Tellern kannst du sie auch direkt darauf in den Ofen stecken. Sie kommt recht leicht daher, natürlich nur, wenn man nicht auf Fett und Kalorien schaut. Aber wer tut das schon *hust* ;-)

Für den Parmesan obendrüber habe ich diesmal Reste verwendet und alles drüber gerieben, was an Parmigiano-, Pecorino-, Kefalotiri-Stückchen, die im Kühlschrank schlummerten und noch verwertbar waren. Was sich so ansammelt… Unglaublich…

 

Lasagne mit Dicken Bohnen und Ziegenkäse
leichte, vegetarische Lasagne

Autor:
Kueche: europäisch
Rezepttyp: Hauptgericht
Portionen: 2

Vorbereitungszeit: 
Kochzeit: 
Gesamtzeit: 

Zutaten
  • Salz
  • 1200 g Dicke Bohnen in Schote
  • oder 330 g Dicke Bohnen in Lederhaut
  • oder 210 g Dicke Bohnen, nackt
  • 3 Lasagneplatten
  • 125 g Ziegenfrischkäse
  • schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen
  • 4 EL Sahne
  • 30 g Parmesan, frisch gerieben

Zubereitung
  1. Reichlich Salzwasser zum Kochen bringen und die gepuhlten Dicken Bohnen darin für 2 (Tina – 5, da frische Bohnen, Rose verwendet TK-Bohnen) Minuten blanchieren.
  2. Die Bohnen über einer Schüssel in ein Sieb abgiessen. Das aufgefangene Kochwasser zurück in den Topf giessen, wieder aufkochen und die Lasagneplatten darin etwa 8-10 Minuten garen.
  3. Die Bohnen unter fliessendem kalten Wasser abschrecken und die ledrigen Hülsen entfernen (Tina – ohne Abschrecken)
  4. Den Ziegenfrischkäse cremig rühren, ggfs etwa 4 EL kaltes Wasser zugeben. Die Dicken Bohnen zugeben, alles gut verrühren und kräftig mit Salz und Pfeffer würzen.
  5. Die Lasagneblätter abgiessen und bis zur Verwendung in kaltes Wasser legen. Den Backofen auf 200 Grad vorheizen.
  6. Die Teigplatten halbieren, sodass sie etwa quadratisch sind. Ein Backblech oder eine Auflaufform mit Backpapier auslegen, um ein Anbrennen der Lasagneblätter zu verhindern. 2 Nudelquadrate darauf verteilen.
  7. Auf jedes Quadrat einige Löffel Bohnen-Käse-Mischung geben, eine zweite Lage Nudelquadrate darüberlegen, dann wieder Bohnen und mit einer letzten Lage Nudelquadrate abschliessen. Über jeden Stapel 2 EL Sahne giessen und geriebenen Parmesan darüber streuen (Tina – umgekehrt)
  8. Die Lasagne im Backofen etwa 5 (Tina – 10) Minuten überbacken, bis sie richtig warm ist und eine goldbraune Kruste hat.

Notizen
Rose Elliot empfiehlt dazu einen knackigen Sommersalat mit frischer Minze.

 


 

Ich könnte mich immer noch über diesen wohl srilankischen Namen für Kohlrabi beömmeln. Er passt wirklich wie Faust auf Auge in unserer Sprache. Und scheinbar ist Kohlrabi ein beliebtes Gemüse auf Sri Lanka, was mich sehr verwunderte.

Aber egal, ich mag Kohlrabi und ich mag Curries, daher musste Amilas Knol Khol Curry zügig nachgekocht werden.
Es ist ein würziges Curry, das mit wenig Zutaten auskommt. Wir haben dafür unser Sri Lanka Curry verwendet, du kannst sicher auch ein Currypulver deiner Wahl verwenden. Aber wenn du eh für die Curryblätter und den Bockshornklee zum Asiamarkt gehst, schau mal, ob du dort auch ein Currypulver aus Sri Lanka findest.
Ich mag den Bockshornklee wirklich sehr gerne, wenn ich auf die weichgekochten Samen beisse. Das gibt kleine, intensive Geschmacksexplosionen im Mund. Lecker! Du bekommst den Bockshornklee auch im Bioladen und beim Gewürzhändler, bestimmt haben die auch getrocknete Curryblätter dort. Sie sind aber ein eher schlechter Ersatz für frische Blätter, da viel Aroma beim Trocknen verloren geht.

Das Curry ist sehr einfach und schnell gemacht. Probier es aus!

 

Knol Khol Curry
Würziges, vegetarisches Kohlrabicurry

Autor:
Kueche: Sri Lanka
Rezepttyp: Curry
Portionen: 2

Vorbereitungszeit: 
Kochzeit: 
Gesamtzeit: 

Zutaten
  • 1 mittelgrosser Kohlrabi, gewürfelt
  • 2-3 Blätter Kohlrabigrün, grob gehackt – alternativ weglassen
  • 1 Schalotte, fein gehackt
  • 1 Zweig Curryblätter, abgezupft
  • 1 TL Chilipulver
  • ¼ TL Curcuma, gemahlen
  • 1 TL (Sri Lanka) Currypulver
  • 1 TL Bockshornkleesaat
  • 1 kleines Stück Zimt, hier Cassia
  • Salz
  • 160 ml Kokosmilch, das ist eine kleine Dose

Zubereitung
  1. Alle Zutaten bis auf die Kokosmilch in einen Topf geben und kurz anschwitzen, dann 100 ml Wasser zugeben.
  2. Für 10 Minuten kochen, bis der Kohlrabi nahezu durch ist. Kokosmilch zugeben, salzen und kochen, bis der Kohlrabi durch und die Kokosmilch etwas reduziert ist.
  3. Abschmecken und mit weissem Reis servieren.

 

Â

 

Wie schön, wenn einem morgens der Rechner abraucht, wo frau doch möglichst früh vom Dessert beim Kochtreffen schreiben will. Jetzt bastelt er schon seit Stunden sein Raid neu und ich bin froh, dass er mittlerweile annähernd bedienbar ist.

Da nutze ich schnell die Chance, dir diesen leckeren Pudding namens Malabi vorzustellen, den ich das erste Mal in der Kurve, einem jüdischen Restaurant in Düsseldorf gegessen habe. Dazu hatten wir Kompott aus getrockneten Früchten (beide Rezepte aus Janna Gurs “Die neue israelische Küche”) und tolle, klatschsüsse Mandelzigarren aus dem wundervollen Buch “Saffron Shores – Jewish Cooking of the Southern Mediterranean” von Joyce Goldstein.

Bei den Zigarren haben die Mengen nicht so ganz hingehauen, es war zuviel Füllung für die Menge an Filoteig. Wenn du das nachbasteln möchtest, nimm am besten nur die Hälfte oder dreiviertel der Füllung. Das wird wohl reichen.
Der Pudding hat uns sehr überzeugt, er ist nicht zu süss und kann gut mit anderen Toppings bedeckt werden. Zu Ostern werden wir wohl die Variante mit Himbeersirup und Pistazien versuchen. Eigentlich soll er übrigens ganz weiss sein, aber mangels weissem Zucker (aber um die 10 Sorten Palmzucker, brauner Zucker usw. ;-) ) in diesem Haushalt hat er eine schöne cremige Farbe erhalten.

Malabi

Zutaten

  • 1 l Milch
  • 75 g Speisestärke
  • 1 EL Rosenwasser
  • 240 ml Schlagsahne
  • 100 g Zucker

Zubereitung

In einer Schüssel eine Tasse Milch mit Stärke und Rosenwasser verrühren, bis die Stärke sich vollständig aufgelöst hat.

Die restliche Milch mit Sahne und Zucker erhitzen. Wenn sie zu köcheln beginnt, die aufgelöste Stärke hinzufügen und unter Rühren auf kleiner Flamme 2-3 Minuten köcheln lassen, bis die Mischung eindickt.

Vom Herd nehmen und in kleine Servierschälchen giessen. Mit Klarsichtfolie abdecken, auf Zimmertemperatur abkühlen lassen und mindestens 4 Stunden in den Kühlschrank stellen.

———————————————————-

Kompott aus getrockneten Früchten

Zutaten

  • 1 Tasse getrocknete Aprikosen
  • 1 Tasse Trockenpflaumen
  • ½ Tasse getrocknete Apfelringe
  • ¾ Tasse Rosinen
  • ½ Tasse Zucker
  • 1 Zimtstange
  • ½ Zitrone

Zubereitung

Alle Zutaten in einen grossen Topf geben. Wasser bis zur doppelten Höhe der Früchte dazugiessen.

Aufkochen, die Hitze reduzieren und 30 Minuten köcheln lassen. Abschmecken uund nach Geschmack mehr Zucker zugeben.

Abkühlen lassen und gut gekühlt servieren.

———————————————————-

Mandelzigarren

Zutaten

  • —FÜLLUNG:
  • 300 g Mandeln ohne Haut, blanchiert
  • 150 g Zucker
  • ½ TL getrockneter Ingwer, gemahlen
  • ½ TL Nelken, gemahlen
  • ½ TL Ceylon-Zimt, gemahlen
  • 1 Eigelb
  • ½ EL Orangenblütenwasser
  •  ½ Eiweiss, bei Bedarf
  • —ZIGARREN:
  • 10 Blätter Filoteig 30×30 cm
  • ½ Eiweiss, leicht verschlagen
  • 100 g Butter, geschmolzen

Zubereitung

Für die Füllung Mandeln mit Zucker in Teilmengen in Mixer grob zerkleinern. Gewürze, Eigelb und Orangenwasser zugeben. Wenn die Masse zu trocken sein sollte, etwas Eiweiss zugeben. 10 Bällchen aus der Paste formen und beiseite stellen.

Jeweils ein Filoteigblatt mit Butter einstreichen, dann längs dritteln, die Lagen übereinander legen. Ein Mandelbällchen zu einer Zigarre formen, auf den Filoteig legen, die Seiten einschlagen und zu einer Zigarre rollen, das Ende mit Eiweiss bestreichen und gut andrücken. Mit den anderen Zigarren ebenso verfahren.

Ofen  auf 180 Grad vorheizen, die Zigarren auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und für ca. 30 Minuten backen.

© 2012 Foodina Suffusion theme by Sayontan Sinha