Die liebe Rosa von Schnuppensuppe veranstaltet wieder die beliebte Aktion “(Deutsche) Foodblogger schicken sich gegenseitig Fresspakete“, in diesem Jahr sogar zum 9. Mal.

Mein Fresspaket ging an Petra von “Der Mut anderer” und das Paket für mich kam den langen Weg aus der Schweiz von Billi vom Kräutersturm.

Und es ist ein Waaaaahnsinnnns-Paket, dass Billi mir da zusammengestellt hat. Ich hüpfe schon die ganze Zeit vor Freude durch die Wohnung ;-)

Seht selbst:

  • Rheintaler Ribelmais – kenn ich nicht, muss ausprobiert werden
  • Flor de Sal mit Atma Curry
  • Getrocknete Papayakerne, die man wohl statt Pfeffer verwenden kann – ich bin gespannt, sehr!
  • Billis Dörrbohnen – spannend!
  • Chinesische Grüntee-Kugeln aus Billis Lieblingsteeladen
  • Basler Läckerli
  • Echte Appenzeller Bärli-Biber
  • Suter Züri-Tirggel
  • Kaltgepresstes Rapsöl
  • eine kleine Flasche Cragganmore – die passt prima in die Sammlung
  • Glengoyne Whisky Fudge – meins, alles meins… Der Mann darf Whisky trinken, ich ess ihn dann momentan lieber ;-)
  • Billis Zucchini-Pistazien-Chutney
  • Uva-Maracuja-Konfitüre – Hach, Maracuja <3
  • Billis Feigenkonfitüre

 

Danke, liebe Billi, für dieses Riesen-Wahnsinnspaket! Ich freu mir ein Loch in den Bauch! Du hast wirklich gut unseren Geschmack getroffen!

 

Geht nicht, meinste…
Doch, geht!

Vor ein paar Jahren kaufte ich im Museumsshop des Archäologischen Parks Xanten das “Kochbuch der alten Römer” und es schlummerte wirklich fast 6 Jahre in meinem Schrank, bis wir vor ein paar Wochen die ersten Gerichte daraus kochten. Ausgesucht hatten wir uns gedünstetes Lammfleisch, weil uns die Kombination mit Liquamen bzw. Garum, der römischen Fischsauce, reizte. Leider hat man, wie auch in so einigen Rezepten im Buch, die Fischsauce ersetzt. Hier wurde nun Austernsauce verwendet, andere Rezepte empfehlen auch Sojasauce. Laut der Autoren hat man jedes von Apicius, das in diesem Kochbuch zu finden ist, gekocht und versucht, die Zutaten quasi zu harmonisieren. Wer mich kennt, weiss dass ich das nicht will. Daher habe ich das Rezept wieder zurückverwandelt, denn Fischsauce zu finden, sogar in unterschiedlich starken Varianten, ist nicht wirklich schwer. Alleine in meinem Asiaregal tummeln sich wohl 5 verschiedene Sorten ;-)

Die gebratenen Möhren mit Anchovis fand ich sogar noch spannender als das Lammfleisch, so vom Rezept her. Vor allen Dingen, weil ich warme süsse Möhren einfach nicht mag. Aber das kann man ja umgehen, indem man Gerichte, die die Süsse der Möhren nicht auch noch unterstreichen. Und hier hat das bestens geklappt, die Komposition mit den Anchovis war auch sehr harmonisch, wenn auch für unsere heutigen Gaumen etwas ungewöhnlich. Aber hey, das ist der erste Genuss fremdländischen Essens auch.

Das gedünstete Lamm war wunderbar zart und die Fischsauce gab dem Ganzen den richtigen Dreh, nicht zu vergleichen mit Gulasch oder einem Curry, aber irgendwie doch europäisch. Versuch es!

Dazu hatten wir einen Enantio, eine alte autochthone Rebsorte aus dem Trentino, die auch schon von den (ganz alten) Römern erwähnt wurde. Der Wein hatte der Mann irgendwann mal entdeckt und nun bot er sich für dieses Essen soooo sehr an ;-)

 


 

Das Kochbuch lag so lange unbeachtet hier im Regal, dass es der richtige Kandidat für “Dein Kochbuch, das unbekannte Wesen” ist. Ich war damals davon begeistert und bin es heute auch noch, nur anders. Damals war’s so “Boah, goil, da können wir kochen wie früher” und dann hab ich mir den Pöppes abgesucht nach Asant. Wenn es in diesem Buch ein richtiges Glossar gegeben hätte, wäre mir klar gewesen, dass ich daran schon immer wieder vorbeigelaufen bin… im Asialaden… bei den Gewürzen… Jungs, hättet ihr mal gesagt, dass das Asafoetida bzw. Hingpulver ist.

Ansonsten scheinen die Rezepte im Buch zu funktioneren, auch wenn man sie abwandelt, weil man möglichst nah an den Ursprungszutaten und nicht am Gaumen der Autoren und deren Gäste sein will.

Aliter haedinam sive agninam excaldatam
Gedünstetes Zicklein- oder Lammfleisch nach Apicius

Zutaten für 2 Personen:
  • 400 g Lammragout – ausgelöste Lammkeule in mundgerechten Stücken
  • 1 EL Sonnenblumenöl (Tina – Olivenöl)
  • 1 Schalotte, fein gehackt
  • 50 ml Weisswein
  • 1/4 EL Koriandergrün, gehackt
  • 1/4 EL Liebstöckel, getrocknet
  • 1/8 TL Pfeffer
  • 1/8 TL Kümmel
  • 1 EL Austernsauce (Tina – Fischsauce)
  • 1/2 TL Maispulver (Tina – Mehl)
  • Salz
  • Pfeffer
 
Zubereitung:
Lammwürfel im heissen Öl anbraten, Schalotte zugeben und kurz mitbraten. Mit Wein ablöschen, Koriander, Liebstöckel, Pfeffer, Kümmel und Austernsauce (Tina – Fischsauce) zu geben und zugedeckt 1 1/2 Stunden schmoren lassen.
Die Sauce mit Maispulver (Mehl) binden und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Carotae frictae
Gebratene Möhren

Zutaten für 2 Personen:
  • 400 g Möhren, in Scheiben
  • 1/4 l Salzwasser
  • 1 EL Sonnenblumenöl (Tina – Olivenöl)
  • 1 TL Anchovis
  • 50 ml Weisswein
  • Salz
  • Pfeffer
 
Zubereitung:
Möhren ca. 15 Minuten im Salzwasser kochen, abgiessen und in der Bratpfanne mit Öl kräftig anbraten.
Mit einer Sauce aus Anchovis und Wein begiessen, mit Salz und Pfeffer abschmecken und servieren.

 

 

Ich mach am besten wenig Worte vorweg, denn Julia hat ganz viel davon für euch mitgebracht und neben der Rezension auch noch fünf! Rezepte geschrieben. Wahhhhnsinn!

Was? Wieso? Warum? Und vor allen Dingen wie, steht bei Arthurs Tochter

Und nun Vorhang auf für Julia!

Da steht er, der Mann vom River Cottage, die Brille mit Regentropfen besprenkelt, als Regenschirm nutzt er einen riesigen jungen Kohl und auf der Rückseite des Buches äußert er den Willen, mit ebendiesem Buch unser Leben verändern zu wollen. Was für ein Freak, ein sympathischer Freak, nun gut, geben wir ihm und seiner Idee eine Chance, ändern wir etwas – da er verspricht, dies mit reiner Verführung anstelle von Appellen schaffen zu wollen, rennt er mit seinem Gemüsekochbuch bei mir natürlich offene Küchentüren ein.

Ihr ahnt es, in den Händen halte ich gerade „Täglich vegetarisch – Die schönsten Rezepte aus dem River Cottage“ von Hugh Fearnley-Whittingstall, AT-Verlag, 4. Auflage 2013, ISBN 978-3-03800-725-8


Hugh ist schon lange eine Marke, ursprünglich Koch im River Café, heuer Betreiber eigener Restaurants, Kochschulen, Sendungen, wie wir es von weiteren Köchen kennen. Hugh steht mit seinem gesamten Konzept und im Speziellen mit seinem Selbstversorgerhof, der den Mittelpunkt seiner Sendung River Cottage bildet, für saisonale und regionale Küche verbunden mit Nachhaltigkeit und umsichtigem Umgang mit Natur und Ressourcen.

Das Buch kommt mit über 400 Seiten im handlichen Hardcoverformat daher, ist auch im Innenteil sehr ansprechend bebildert und herrlich illustriert, manchmal klassisch, manchmal unkonventionell, immer aber geschmackvoll, ganz wie seine Gerichte. Es wartet innerhalb der vegetarischen Rezepte mit immerhin einem guten Drittel veganer Rezepte auf und auch alle anderen lassen sich dahin umstricken. Unterteilt ist es nach einer liebevollen Einleitung in die Kapitel „Ein Fest für Gaumen und Seele“, „Herzhafte Salate“, „Roher Genuss“, „Suppe satt“, „Brot & co.“, „Aus dem Vorratsschrank“, „Pasta, Reis & co.“, „Mezze & Tapas“, „Gebraten & Gegrillt“, „Beilagen“.  Als besondere Zugabe gibt es im Anschluss noch eine Abhandlung über den „Vorratsschrank“ mit nützlichen Küchenvorräten und eine über „Vegetarisches zum Mitnehmen“, in der Verpflegung für unterwegs und fantasievolle Lunchbox-Inhalte genannt werden, klasse Idee!  Auch das Register und das Inhaltsverzeichnis sind sehr leserfreundlich gestaltet, Gesuchtes und noch viel mehr wird schnell gefunden.

Besonders in den letzten Monaten hat sich der Veggi-Trend, der hoffentlich nicht nur ein Trend in Richtung Gemüsegenuss, sondern eine neue dauerhafte Denk- und Ernährungsrichtung ist,  stetig entwickelt und immer mehr Menschen erfreut, auch speziell dieses Buch ist hoch gelobt und oft besprochen. Da auch ich es mag, denn ich bin generell Freund der einfachen, kreativen, puristischen Küche, kann auch ich nicht mit einer Rezension hinter’m Berg halten. Zudem hatte ich so einen wunderbaren Grund, einige Gerichte nachkochen zu „müssen“. Im Einzelnen sind dies:

Tarte Tatin mit jungen Roten Beten

Kräuter-Erdnuss-Nudel-Salat (vegan)

Pasta mit Fenchel, Rucola und Zitrone

Dinkelrisotto mit Grünkohl und Ziegenkäse

Schokoladeneis mit Roter Bete

Diese Rezepte möchte ich Euch natürlich vorstellen, damit Ihr sie bei Gefallen nachkochen könnt. Vorher sei noch gesagt, dass an nahezu jedes Rezept eine kleine Erklärung, ein Schwank zu den Aromen oder auch Tipps zur Abwandlung angefügt sind, herrlich. Auf geht‘s:

Tarte Tatin mit jungen roten Beten 

  • 250g Blätterteig *
  • 1 EL Raps- oder Olivenöl und etwas Butter
  • 2 TL Apfelessig
  • 2 TL Demerarazucker (Änderung Julia: brauner Rohrzucker)
  • 300 – 400g junge Rote Beten (golfballgroß, höchstens wie ein kleiner Apfel), gebürstet und halbiert
  • Meersalz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Vinaigrette aus:

  • 1 – 2 Schalotten oder 3 – 4 Frühlingszwiebeln
  • 1 TL scharfer Senf (Änderung Julia: Traubenmostsenf)
  • 1 EL Apfelweinessig
  • 4 EL Rapsöl
  • 1 Prise Zucker
  • 1 Handvoll Petersilie, fein gehackt

* Bätterteig:

  • 300g Mehl
  • 1 Pr Meersalz
  • 150g kalte Butter in Würfeln

Herstellung des Blätterteigs:

Mehl und Salz mischen, dann die Butterwürfel hinzufügen und wenden, bis sie rundrum mit Mehl bedeckt sind. Gerade so viel eiskaltes Wasser hinzufügen (ca. 150ml), dass sich die Mischung zu einem festen Teig verbindet. Auf einer bemehlten Fläche den Teig zu einem Rechteck formen und etwa 1 cm dick ausrollen. Das entfernte Drittel darüberfalten, sodass drei gleich große Schichten übereinander liegen. Nun den Teig um 90° drehen und das beschriebene Ausrollen, Falten und Drehen noch fünfmal wiederholen. Den Teig in Frischhaltefolie wickeln und 30 Minuten bis 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.

Tarte:

Den Ofen auf 190°C vorheizen. Den Teig auf einer leicht bemehlten Fläche etwa ½ cm dick ausrollen. Eine Teigscheibe in der Größe der verwendeten ofenfesten Pfanne oder Tarteform (20cm Durchmesser) ausschneiden und in Folie gewickelt kühl stellen.

Butter und Öl in der Pfanne oder in der Tarteform schmelzen. Essig, Zucker, etwas Salz und Pfeffer hinzufügen und gut umrühren. Die halbierten Roten Beten hinzufügen und in der Flüssigkeit wenden. Die Roten Beten sollten dicht an dicht in der Pfanne liegen. Die Pfanne mit Alufolie abdecken und die Rote Bete im Ofen 30 – 40 Min weich schmoren.

Die Pfanne aus dem Ofen nehmen und die Roten Beten mit der Schnittfläche nach oben sauber anordnen. Die Teigscheibe darauflegen, etwas festklopfen und den Rand an den Seiten einstecken. Im Ofen weitere 20 Min backen, bis der Zeig aufgeht und goldbraun wird.

Die Tarte in der Form 15 Min abkühlen lassen, dann einen Teller drauflegen und stürzen. Die in der Pfanne verbliebene Flüssigkeit über die Rüben gießen.

Die Zutaten der Vinaigrette in ein Schraubglas geben, gut mit Salz und Pfeffer würzen und durchschütteln. Über die Tarte Tatin träufeln und servieren.

Kräuter-Erdnuss-Nudel-Salat

  • 75g rohe oder geröstete ungesalzene Erdnüsse
  • 200g feine Eiernudeln oder Thai-Reisnudeln
  • 150g grüne Bohnen oder Zuckerschoten oder beides gemischt
  • ½ Gurke
  • 6 Frühlingszwiebeln, geputzt
  • Ca 12 Blätter Thai-Basilikum, grob zerpflückt
  • 1 kl. Bund Minze, grob gehackt
  • 1 kl. Bund Koriander, grob gehackt

Dressing (Anmerkung Julia: der Salat kann locker das doppelte an Dressing vertragen!):

  • 1 El Reisessig
  • 1 Limette oder ½ Zitrone, abgeriebene Schale und Saft
  • ½ – 1 kleine rote Chili, fein gehackt
  • 1 Knoblauchzehe, fein gehackt
  • 1 Tl Demerarazucker (Änderung Julia: brauner Rohrzucker)
  • 1 TL dunkles Sesamöl
  • ½ TL Sojasauce

Zubereitung:

Rohe Erdnüsse auf einem Blech im Ofen bei 180° Grad 8 – 10 Minuten goldbraun rösten. Abkühlen lassen, dann leicht quetschen, um sie aufzubrechen.

Für das Dressing alle Zutaten verrühren.

Die Nudeln nach Packungsanleitung kochen. Abgießen, gut abtropfen lassen, unter das Dressing mischen und vollständig abkühlen lassen.

Die Bohnen oder Zuckerschoten in einem Topf mit gesalzenem Wasser gerade bissfest kochen (Bohnen 3 – 5 Min, Zuckerschoten 2 – 3 Min). Abgießen, in kaltem Wasser abschrecken und gut abtropfen lassen.

Die Gurke der Länge nach halbieren und in dünne Scheiben schneiden. Die Frühlingszwiebeln schräg in feine Ringe schneiden. Die abgekühlten Nudeln mit Erdnüssen, Gurke, Frühlingszwiebeln, Bohnen bzw. Zuckerschoten und Kräutern mischen. Dazu extra Sojasauce reichen, sodass sich jeder selbst bedienen kann.

Pasta mit Fenchel, Rucola und Zitrone

  • 150g Tagliatelle, Pappardelle oder andere Nudeln
  • 1 große Fenchelknolle, geputzt
  • 1El Raps- oder Olivenöl
  • 1 Knoblauchzehe in dünne Scheiben geschnitten
  • 2 – 3 gute Handvoll Rucola
  • 1 Zitrone, fein abgeriebene Schale
  • 3 EL Crème fraîche (Julia: ersatzlos gestrichen, das Gericht ist auch ohne phantastisch)
  • Meersalz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • Parmesan, Pecorino, Ziegen. Oder anderer würziger Hartkäse als Garnitur

Zubereitung:

Die Pasta bissfest garen.

Inzwischen vom Fenchel die zähe äußere Hülle entfernen, dann die Knolle in dünne Scheiben schneiden. Das Öl in einer gro0en Pfanne bei mittlerer Hitze erwärmen, Knoblauch und Fenchel darin 10 Min weich dünsten. Den Rucola dazugeben und unter Rühren zusammenfallen lassen, dann Zitronenschale und Crème Fraîche hinzufügen. Gut umrühren, bis das Gemüse mit Crème Fraîche überzogen ist. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Nudeln gut abtropfen lassen, mit dem Fenchel vermengen und mit geriebenem Käse bestreut servieren.

Dinkelrisotto mit Grünkohl und Ziegenkäse 

  • 1l Gemüsebrühe
  • 50g Butter
  • 2 El Oliven- oder Rapsöl und etwas zum Beträufeln
  • 1 Zwiebel fein gehackt
  • 1 Knoblauchzehe, fein gehackt
  • Einige Zweige Thymian, Blätter gehackt
  • 2-3 mittlere Stangen Lauch, geputzt und gewaschen
  • ca 150g Grünkohl oder Blattgemüse (Anmerkung Julia: bitte nehmt unbedingt Grünkohl, es war ein Geschmackserlebnis!)
  • 300g Perldinkel oder Gerstengraupen
  • 125ml trockener Weißwein (Anmerkung Julia: oder einfach wie oben Gemüsebrühe und für die Säure einen Minischuss Balsamessig nehmen)
  • 50g Ziegehartkäse, Pecorino, Parmesan oder anderer würziger Hartkäse, gerieben, etwas zusätzlich als Garnitur (Anmerkung Julia: als Garnitur und im Risotto gab es Myzithra)
  • Meersalz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Zubereitung:

Die Brühe in einem Topf erhitzen und bei sehr schwacher Hitze köcheln lassen.

Die Hälfte der Butter und 1 EL Öl in einem großen Topf bei mittlerer Hitze erwärmen. Zwiebel, Knoblauch und Thymian darin etwa 10 Min leicht andünsten, bis die Zwiebel weich wird.

Inzwischen den Lauch schräg in 2cm dicke Ringe schneiden. Harte Stiele vom Grünkohl oder Blattgemüse entfernen und die Blätter zerkleinern.

Dinkel oder Graupen unter die Zwiebeln rühren und 1-2 Minuten mitdünsten. Den Wein angießen und kochen lassen, bis die Flüssigkeit aufgesogen ist. Nun nach und nach jeweils ein Viertel der Brühe hinzufügen, wie bei einem Risotto, und unter häufigem Umrühren köcheln lassen, bis die Flüssigkeit aufgesogen ist. Nach etwa 25 Min Kochzeit (Graupen etwas länger) sollte die gesammte Brühe aufgenommen und das Getreide gar, aber gerade noch bissfest sein.

Während der Dinkel  oder die Graupen kochen, den Lauch in der restlichen Butter und dem Öl bei mittlerer Hitze unter gelegentlichem Umrühren dünsten, bis er weich ist, aber noch etwas Biss hat. Grünkohl oder Blattgemüse kurz sanft mitdünsten bzw. in einem Topf mit wenig Wasser zusammenfallen und abtropfen lassen.

Den Dinkelrisotto vom Herd nehmen. Lauch, Grünkohl oder Blattgemüse und geriebenen Käse untermischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Mit zusätzlichem Käse, frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer und ein paar Tropfen Öl beträufelt servieren.

Variation: statt Grünkohl junge Brennnesselspitzen verwenden. Diese gründlich mit Gummihandschuhen waschen und in einem Topf mit Salzwasser 5-6 Min zusammenfallen lassen. In einem Sieb abtropfen lassen, das Wasser ausdrücken, dann fein hacken. Mit dem Lauch und dem Käse unter den Dinkelrisotto rühren und servieren.

Schokoladeneis mit Roter Bete 

  • 300g Rote Bete
  • 300ml Vollmilch
  • 200ml Crème Double
  • 4 große Eigelb
  • 100g Zucker
  • 100d dunkle Schokolade, in kleine Stücke gebrochen

Zubereitung:

Den Ofen auf 190°C vorheizen. Die Rote Bete in eine Auflaufform geben, 1cm hoch Wasser dazugießen, die Form mit der Folie abdecken und die Rote Bete mindestens 1 Stunde im Ofen weich schmoren. Abkühlen lassen, dann schälen, grob hacken und im Mixer mit 100ml Milch pürieren. Das Püree abmessen, es sollten etwa 300ml sein.

Die restliche Milch und die Crème Double in einem Topf fast bis zum Kochen erhitzen. Leicht abkühlen lassen. Die Eigelbe und den Zucker in einer Schüssel aufschlagen, zur heißen Milchmischung geben, mit dem Schneebesen glatt rühren und unter ständigem Rühren leise köcheln, bis die Creme eindickt. Nicht kochen lassen, sonst gerinnt sie. Vom Herd nehmen, lauwarm auskühlen lassen, dabei oft umrühren, damit sich keine Haut bildet.

Inzwischen die Schokolade über einem heißen Wasserbald schmelzen. Die geschmolzene Schokolade unter die Creme rühren (sie darf ruhig noch etwas körnig aussehen). Das Rote Bete Püree einrühren. Die Mischung durch ein feines Sieb streichen, abkühlen lassen und kalt stellen.

Wenn die Mischung vollständig erkaltet ist, in der Eismaschine gefrieren, dann in einen geeigneten Behälter füllen und einfrieren, bis sie ganz fest ist. Falls keine Eismaschine vorhanden ist, die Masse in einem flachen Gefäß einfrieren und dreimal im Abstand von jeweils einer Stunde mit einer Gabel gründlich aufrühren, bis die Mischung fest ist. 20 – 30 Minuten vor dem Servieren in den Kühlschrank stellen.

Hugh, Gratulation, Du hast es geschafft! Ich habe erkannt, dass nicht Du der Freak bist, sondern dass ich es war. Früher habe ich nämlich Gerichte oftmals so gekocht, dass zunächst das Stück Fleisch feststand, um das nur noch „irgendein Drumherum“ gebastelt wurde, damit der Teller bunt und bestenfalls ein wenig gesund ausschaute. Kennen vielleicht einige… Diese Zeiten sind bei mir glücklicherweise sehr lange vorbei und inzwischen sind vegetarische Gerichte und bewusster Fleischgenuss selbstverständlich in unserer Küche geworden. Natürlich unter anderem auch deshalb, weil vegetarische Gerichte schon lange nicht mehr als herbeigezerrt gesund bestückt mit irgendwelchen Soja- oder sonstigen Ersatzprodukten oder als mehr oder weniger gewollter sahne- und käsereicher Zusammenschmiss von Beilagen durch einfaches Weglassen des Fleisches präsentiert werden, sondern weil sie ihren festen Platz durch aromatische Zusammenstellungen, vielschichtige Würzungen und abwechslungsreiche Garmethoden erreicht haben.

Genau das schafft auch dieses Buch auf wunderbare, unaufdringliche und einfach Freude bereitende Art und Weise zu vermitteln und im wahrsten Sinne des Wortes schmackhaft zu machen. Nennen wir es nicht vegetarisch, sondern einfach Gemüseküche und schon klingt es noch viel zutraulicher und vor allem in Hughs Sinne.

Hätte ich das Buch von Hugh Fearnley-Whittingstall eher gekannt, hätte ich seine liebevoll aufgezogenen Sendungen rund um das River Cottage schon damals zu besagten Zeiten gesehen, wer weiß, vielleicht hätte ich schon viel früher angefangen, Gemüse als Hauptbestandteil und Richtungsgeber von aromatischen Gerichten zu schätzen.  Doch das hole ich nun einfach auf, indem ich mich immer mehr mit dieser Küche beschäftige. Spaß macht es auf jeden Fall und Spaß steht auch im Mittelpunkt dieses Genussbuches. Alle Rezepte sind für die schnelle und unkomplizierte Küche ohne große Gewürzorgien und allzu spezielle Sonderzutaten gemacht. Auch sind sie durchweg für Kochanfänger geeignet, wenn ich auch manchmal die Reihenfolge der Zubereitungsschritte tauschen würde.

Täglich vegetarisch, das ist eine Ansage, die mich vor ein paar Jahren noch abgeschreckt hätte, mittlerweile jedoch mein Interesse weckt und durchaus eher Selbstverständlichkeit als Herausforderung ist. Zwar nicht wirklich jeden Tag, doch immer öfter.  Ich bin und bleibe ein Fleischesser, ich liebe Fleisch- und Fischgerichte, aber ich liebe mittlerweile auch vegetarische Mahlzeiten und kreative Gemüsekreationen. Früher hätte es für mich Verzicht bedeutet, heute ist es Erweiterung des Kochhorizonts. Danke auch an Hugh!

 

Credits:

 

Yeah, es geht wieder los – die zweite Themenwoche “Jeden Tag ein Buch”, initiiert durch Arthurs Tochter (hinter dem Link verbirgt sich auch die Erklärung und Bedingungen der Themenwoche), startet wieder. Nach dem grossartigen Erfolg der ersten Woche war eine Wiederholung ja nahezu unumgänglich.

Natürlich habe ich mir wieder Gastblogger gesucht, nachdem die Rezensionen allen Beteiligten beim letzten Mal soviel Spass bereitet haben. Nach Harm und Julia hat sich diesmal auch Kochfreundin Brigitte ein Genussbuch vorgenommen und eine Rezension mit Rezepten dazu geschrieben.
Danke, liebe Brigitte, dass du mitgemacht hast!

Und jetzt geht’s los:

Fingerfood von Eric Treuillé und Victoria Blashford-Snell

 (ISBN 978-3-8310-1024-0, 5. Aufl. 2011, Dorling Kindersley-Verlag)

Schon lange war ich auf der Suche nach einem guten Buch für Fingerfood. Einige habe ich schon ausprobiert, war aber nie wirklich zufrieden. Bis ich zufällig das Buch von Eric Treuillé und Victoria Blashford-Snell fand.

Das Buch ist sehr ansprechend gestaltet, beinhaltet viele Bilder. Es sind vielseitige Rezepte enthalten z.B. asiatisch oder mediterran etc. Es gibt sowohl herzhafte als auch süße Speisen und auch für jede Preiskategorie kann man etwas finden.

Was mich aber von Anfang an am meisten überzeugte sind die vielen Rezepte, die es einem ersparen, noch 200 Tellerchen und Löffelchen zum Servieren zu kaufen. Wenn man Fingerfood als amuse gueule vor einem Menü für 8 Personen serviert, ist das Geschirr kein Problem. Will man aber eine Fingerfoodparty für 25 Personen machen, wird es schon schwieriger. Hier bietet das Buch eine attraktive Lösung. So gibt es Rezepte für kleine Pfannkuchen, die als „Tellerchen“ genutzt werden, Gemüsebecherchen oder herzhafte Windbeutel als Unterlage.

Nach einer Einleitung und einigen Ausführungen über Zutaten und Ausrüstung kommt man zum Hauptteil mit den Rezepten.

Diese sind eingeteilt in die Kapitel

Knabbern und Dippen
Hauben und Böden
Stäbchen und Spiesse
Päckchen und Rollen
Becher und Deckel

Aus dem Kapitel Hauben und Böden möchte ich folgendes Rezept vorstellen, der Rezepttext ist verkürzt wiedergegeben:

 

 

Schnittlauchpfannkuchen mit Crème fraiche und Confit von roten Zwiebeln

Aus 60 g Mehl, ¼ TL  Backpulver, ¼ TL Salz, 1 Ei, 3 EL Milch, 1 EL Schnittlauch einen Pfannkuchenteig herstellen.

In einer gefetteten Pfanne bei mittlerer Hitze 20 kleine Pfannkuchen backen (1 TL Teig pro Pfannkuchen).

Für das Confit aus roten Zwiebeln 2 EL Zucker mit 1 EL Wasser in einen kleinen Topf rühren, bis der Zucker sich auflöst. Bei schwacher bis mittlerer Hitze zum Kochen bringen und zu Karamell kochen. Vom Herd nehmen und 1 EL Rotweinessig (ich habe Cassis-Essig genommen) und 1 in feine Scheiben geschnittene rote Zwiebel untermischen. Die Zwiebeln bei mittlerer Hitze unter Rühren in 5 Minuten weich dünsten. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, abkühlen lassen.

Je 1 TL Crème fraiche und Zwiebeln auf die Pfannkuchen geben, mit Schnittlauch garnieren. Bei Zimmertemperatur servieren.

 

Ein weiteres Rezept ist aus dem Kapitel Becher und Deckel, auch dieses ist verkürzt wiedergegeben.

 

 

Miesmuscheln mit Salsa cruda

20 große Miesmuscheln gründlich putzen, in einen Topf mit 2 EL Wasser geben und zudecken. Bei mittlerer Hitze 6 Min. dämpfen, bis sich die Muscheln öffnen. Die Muscheln aus dem Topf nehmen und abkühlen lassen.

Die Muschelschalen öffnen, die obere Schale wegwerfen, aus der unteren das Muschelfleisch lösen. Eine Servierplatte mit grobem Salz bestreuen. Die Muscheln in der halben Schale auf dem Salz anrichten.

Für die Salsa 2 gehäutete und entkernte Tomaten, 1 entkernte grüne Chili und ½ rote Zwiebel fein hacken. Mit 2 EL Olivenöl und 1 EL Limonensaft mischen, mit Salz und schwarzem Pfeffer abschmecken. Salsa über die Muscheln geben und bei Zimmertemperatur servieren.

 

Beide Rezepte sind einfach zu kochen und auch hier benötigt man nur Anrichteplatten.

Die Rezepte im Buch sind alle mit Bild und in der Regel gut beschrieben. Hilfreich finde ich, dass es zu jedem Rezept Hinweise gibt, welche Arbeiten man wie lange im Voraus zubereiten kann.

Danach gibt es noch Kapitel zu einzelnen Techniken (z.B. Brandteig herstellen, Mayonnaise oder Karamell herstellen, Verzieren).

Im Kapitel Party gibt es  gute Tipps für die Planung, Präsentation aber auch Menüvorschläge. Die Anmerkungen zu den Zutaten sind meiner Meinung nach zu knapp und oberflächlich und hätten in dieser Form auch entfallen können.

Fazit: Fingerfood von Eric Treuillé und Victoria Blashford-Snell ist ein tolles Buch, das ich nicht mehr missen möchte. Es macht Spaß es zu lesen und daraus zu kochen und regt dazu an, kreativ weitere Ideen zu entwickeln. Absolut empfehlenswert!

Dieses Buch ist direkt mal ohne Umwege auf meinen Wunschzettel gewandert. Und das ist imho der grosse “Nachteil” dieser Themenwoche – die Wunschliste wird länger und länger. Aber zum Glück ist Weihnachten nicht mehr fern ;-)

Credits:

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