Heute habe ich einen Teil des Desserts vom niederländischen Kochevent für dich – Karnemelkpudding und Haagse Bluf ;-)

Da zum losen Kochtrüppchen auch immer ein paar süsse Schnuten gibt, die auch gut Desserts herstellen können (was mir ja total abgeht), habe ich für dieses Kochtreffen eine dreiteilige Nachspeise ausgesucht.

Der Buttermilchpudding ist leicht herzustellen und nicht allzu süss. Der Eischnee kommt erstaunlich erfrischend daher, ein lustiges Dessert, dass auf die Einwohner Den Haags gemünzt ist, denen man nachsagt, dass sie nach viel aussehen, aber dahinter nur viel Luft steckt. Egal, es war wirklich lecker, auch wenn der Pudding sicher weniger Gelatine hätte vertragen können.

Morgen bringe ich den dritten Teil des Desserts mit – das Zuckerbrot, dass komischerweise sogar unseren Süsshasser überzeugte, er nahm sich die Reste mit nach Hause ;-)

Karnemelkpudding

Buttermilchpudding

Für 10 Personen:

  • 2 unbehandelte Zitronen
  • 10 Blatt Gelatine
  • 125 g Zucker
  • 500 ml Buttermilch
  • 1/2 EL Sonnenblumenöl

Zubereitung:

Von einer Zitrone ein 5 cm langes Stück Schale abschneiden und die Zitronen auspressen.
In einer Schüssel mit ausreichend kaltem Wasser die Gelatine einweichen. In einem Topf 100 ml Wasser mit dem Stück Zitronenschale zum Kochenbringen und bei schwacher Hitze 10 Minuten ziehen lassen. Den Topf vom Herd nehmen und die Schale herausnehmen.
Die Gelatine durchschneiden und durch die warme Flüssigkeit rühren. Den Zucker im Gelatinewasser auflösen und den Zitronensaft unterrühren. Die Buttermilch unter Rühren hinzufügen und alles abkühlen lassen, bis die Flüssigkeit geliert.
Eine Puddingform (1 Liter Volumen, kein Aluminium) (Tina – Teelichtgläschen) dünn mit dem Öl einfetten und die Buttermilchmasse eingiessen. Im Kühlschrank drei bis vier Stunden fest werden lassen. Pudding stürzen und servieren.

Haagse bluf

Haager Bluff

Für 10 Personen:

  • 2 Eiweiss
  • 200 ml roter Beerensaft
  • 100 g Zucker

Zubereitung:

In einer fettfreien Schüssel alle Zutaten mit dem Handrührgerät schlagen, bis eine steife Masse entstanden ist. In 10 Gläser verteilen.

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Und wie es sich gehört, gibt’s samstags was Süsses. Ich habe nämlich das Dessert vom Weihnachtskochevent für dich.

Ich war ja direkt verliebt, als ich das Rezept für die Marshmallowcreme mit Orangen-Lavendel-Kompott in Citrus, dem tollen Buch über Zitrusfrüchte aus der Collection Rolf Heyne, sah. Sind Marshmallows doch eine echte Kindheitserinnerung für mich. Ich liebte sie und freute mich jedes Mal, wenn meine Mutter beim Tengelmann ins unterste Regal der Süsswarenabteilung griff, um diese süssen, fluffigen Klöpse mitzunehmen. Lustig finde ich daran vor allen Dingen, dass die Dinger bei vielen Supermärkten immer noch im untersten Regal zu finden sind. Dabei ist das doch keine Bückware, weder im ostdeutschen (teure Sachen unten), noch im westdeutschen (billige Sachen unten) Sinn des Wortes.

Egal, spontanverliebt wie ich war, plante ich das Dessert für das Kochevent ein – und dessertverrückt wie manch ein Teilnehmer ist, gab’s reichlich davon zu schmausen. Selbst die Fans nicht allzu süsser Desserts waren begeistert. Die Creme hatte eine angenehme Konsistenz und schmeckte fein nach Marshmallow. Die Orangen – perfekt filetiert von Bella - kamen mit einer wenig aufdringlichen Lavendelnote daher, schön leicht parfümiert. Fein, so gefällt mir das. Und ich bin nun wahrlich kein Dessertfan, besonders bin ich kein Freund vom Dessert machen, Dessert essen aber gerne, wenn es so im Menue vorgesehen ist.
Aber wie du siehst, bin ich echt begeistert – ich musste es ja diesmal auch nicht selbst machen – und werde es wohl selber zubereiten, wenn ich es denn mal muss ;-)

Kurz zu den Mengen – wir haben die Creme-Menge um die Hälfte erhöht und die Orangenmenge gleich belassen.

 

 

Marshmallowcreme mit Orangen-Lavendel-Kompott

Zutaten für 10:

Für die Marshmallowcreme:

  • 180 ml Vollmilch
  • 1 Prise Salz
  • 1,5 Vanilleschoten, aufgeschlitzt
  • 375 g weisse Marshmallows, in kleinen Würfeln
  • 250 g Magerquark
  • 300 g flüssige Sahne

Für das Kompott:

  • 5 Orangen, Filets ausgelöst, Saft aufgefangen
  • 2 EL brauner Zucker
  • 1/2 TL getrocknete Lavendelblüten
  • 2-3 EL Orangenlikör

Zubereitung:

Marshmallowcreme – Milch mit Salz und der Vanilleschote in einem kleinen Topf langsam erwärmen, dann 5 Minuten ziehen lassen und dann die Vanilleschote herausnehmen.

Vanillemilch erhitzen, Topf vom Herd nehmen und die Marshmallows unter Rühren darin schmelzen.

Nun in eine Schüssel geben und den Quark unterheben. Sahne aufschlagen und unter die Marshmallowcreme heben, wenn sie leicht zu gelieren beginnt.

Die Creme in einen Spritzbeutel geben und in 10 Gläser füllen. Dann 2-3 Stunden kalt stellen.

 

Orangen-Lavendel-Kompott – In einem kleinen Topf den Zucker bei kleiner Hitze karamellisieren, dann mit dem Orangensaft ablöschen und aufkochen.

Lavendel und Orangenfilets zugeben, dann den Topf vom Herd nehmen, den Likör unterrühren und das Kompott abkühlen lassen.

Zum Servieren auf der Creme verteilen.

 

Ha! Joghurt-Dessert trifft es eigentlich nicht annähernd, denn es war grossartig und äusserst einfach herzustellen. Es reicht, wenn du weisst, wo du Granatäpfel und Mango bekommst ;-) Alles andere ist wirlich kinderleicht.

Geschmacklich war das Shrikhand, so nennt man abgehangenen Joghurt, der mit Zucker vermischt wird, wirklich ganz weit vorne. Natürlich auch, weil es nicht viel braucht, um diese Süssspeise herzustellen. Der Joghurt ist schön fest-cremig, nicht zu süss und der Kardamom bringt den fremdländischen Dreh mit. Die reife Mango passt dazu natürlich hervorragend und die süss-saure Granatapfel-Granita macht das Ganze schön frisch und nimmt dem vollfetten Joghurt die Schwere.

Und ja, auch das ist indische Gourmetküche, nämlich wieder ein Rezept aus “Rasoi: new indian kitchen“, muss also gar nicht immer kompliziert und eine Zutatenschlacht sein ;-)

Cardamom shrikhand, fresh mango, pomegranate granita

Zutaten für 4:

Shrikhand:
200 g griechischer Joghurt
2 EL Zucker
1/4 TL Kardamom, gemahlen
 
Granita:
1 Granatapfel
50 g Zucker
 
Zum Servieren:
1/2 Mango, in 5 mm Würfeln
 

Zubereitung:

Shrikhand – Den Joghurt in ein Leintuch geben und über Nacht mit einem Gefäss darunter zum Abtropfen aufhängen. Am nächsten Tag den abgetropften Joghurt mit Zucker und Kardamom vermischen.
 
Granita – Granatapfelkerne mit dem Zucker in einem Blender fein zerkleinern, dann durch ein feines Sieb streichen. In eine Frischhaltedose umfüllen und im TK gefrieren. Vor dem Servieren mit einer Gabel durchmischen, um Eiskristalle zu formen.
 
Servieren – Shrikhand auf 4 Gläser verteilen, gewürfelte Mango darübergeben und Granita darauf setzen.
 

So langsam bin im Endspurt angekommen, hier kommt das vorletzte Rezept vom Menue.

Diese Minibananen werden im Rezept von Heiko Antoniewicz im Thermalisierer pochiert, man kann sie aber sicher auch im Gefrierbeutel im Wasserbad auf dem Herd (höhere Temperatur, kürzere Zeit) zubereiten. Wir fanden die Kombination von Yuzu, einer asiatischen Zitrusfrucht, die aromatischer als normale Zitronen schmeckt, Curryblättern, Maracuja und Schokolade so strange, dass es einfach auf den Plan musste. Ausserdem hatten wir so bei unserem asiatischen Menue auch eine indische Komponente.

So strange sich das für uns anhörte, so lecker war es schliesslich – die kleinen Bananen süss mit der feinen Zitrusnote und der Würze von Currypulver und -blättern, die Streusel mit dem hammermässigen Maracuja-Geschmack (Ich liiiiieeeebe Maracuja!) und die cremige Schoki, viel cremiger als beim Probekochen, lag bestimmt an der Geduld der Köchin ;-)

Ersetzt habe ich das Iotazoon, da ich nicht einsah, Carrageen bewusst ins Essen zu geben, wo ich es doch sonst vermeide. Stattdessen haben wir Basistextur zugegeben, was auch gut funktionierte. Den Zucker in der Schokocreme habe ich beim Probekochen schlicht vergessen, aber das Ergebnis überzeugte, sodass beim Menue auch auf Zucker verzichtet wurde. Ein Goa-Currypulver wollte ich nicht extra anfertigen, wir verwendeten Hindustanse Curry, das ich aus Asiamärkten in Den Haag mitbrachte. Es passte sehr gut mit seiner “trockenen”, eher stumpfen Würzigkeit.

 

Zutaten für 10 Personen:

Für die Banane:

  • 10 Minibananen
  • 1 Limette, die Schale davon
  • 1 TL Goa Curry (Tina – Hindustanse Curry)
  • 3 TL Akazienhonig
  • 3 g Yuzupulver
  • Einige frische Curryblätter (beim indischen Lebensmittelgeschäft

 Für die Streusel

 Für die Schokoladencreme:

  • 200 ml Sahne
  • 80 g Zartbitterschokolade
  • (40 g Zucker)
  • 1 Prise Anis
  • 1 Prise Kardamom
  • 1 Prise Vanillepulver
  • 1 gehäufter TL Basistextur (Bosfood oder Frischeparadies)

 Für das Anrichten 

  • 20 g Gojibeeren, in Orangensaft eingelegt
  • (Minz)Blüten

Zubereitung

Banane – Alle Zutaten miteinander vakuumieren und bei 58 Grad für 20 Minuten im Wasserbad pochieren. Den Sud etwas reduzieren und die Bananen damit glasieren (Tina – mangels Sud kurz in der Pfanne mit Butter geschwenkt)

 Streusel – Alle Zutaten miteinander zu Streuseln kneten. Auf einem dunklen Blech verteilen und bei 170 Grad für 5 Minuten backen. Auskühlen lassen und in einer luftdicht verschlossenen Dose aufbewahren.

 Schokocreme – Die Sahne auf 60 Grad erwärmen und die Schokolade darin auflösen. Weitere Zutaten unterrühren und durch ein Sieb in einen Isi-Siphon geben. Kaltstellen und zum Servieren mit 2 Patronen aufschäumen.

 Anrichten – Alle Komponenten anrichten und Schokocreme aufsprühen

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