[anglo-indisch] Das anglo-indische Gericht Nr. 1 – Chicken Tikka Masala

Die Gelegenheit war da und das Huhn willig

Schon lange steht das Chicken Tikka Masala, die Fusion von indischer und englischer Küche, auf meiner Probierliste. Da traf es sich gut, dass sich meine Kochmeute ein anglo-indisches Kochtreffen von mir wünschte. Neben der Mulligatawny war das Hähnchengericht aus Grossbritannien direkt gesetzt.

Chicken Tikka MasalaKein hübsches Foto, bei Kochtreffen muss es schnell gehen

Ähnlich wie das Currypulver, das die Briten für sich und ihre Bedürfnisse entwickelten, weil sie den Geschmack Indiens gerne in komprimierter, leicht zu transportierender und vor allen Dingen haltbarer Form mit auf ihre Insel nehmen wollten, stellt das Chicken Tikka Masala eine ähnliche Verbindung zwischen den beiden Landesküchen her. Indische Köche in England servierten damals Chicken Tikka, Hähnchenspiesse, die mit Joghurt und Gewürzen mariniert wurden und dann im Tandoor oder auf dem Grill gebraten wurden. Den Engländern war das aber zu trocken, denn ähnlich wie wir Deutschen mögen sie viel Sauce. Also machten die Inder aus der Not eine Tugend und fertigten zu dem “trockenen” Hähnchenfleisch aus einer indischen Tomatensuppe und Sahne. Chicken Tikka Masala war geboren und die Ähnlichkeiten mit dem in Delhi erfundenen Butter Chicken sehe hoffentlich nicht nur ich :-)

Chicken Tikka Masala – so cremig, würzig und tomatig

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[anglo-indisch] Mulligatawny – eine Version der legendären Suppe aus Dinner for one

Tschüss, kleiner Prince…

Eigentlich thematisiere ich die Tode irgendwelcher Promis hier nicht, aber Prince war ein zu grosser Teil meines Lebens bzw. meiner Jugend, als dass ich da einfach drüber weg gehen könnte. Ausserdem sitzt der Schock noch tief, dass er einfach weg ist, auch wenn ich seine aktuelle Musik nicht mehr kannte. Spotify und Youtube geben da ja nicht so viel her und CDs habe ich schon lange nicht mehr gekauft. (Edit – ich sehe grade, dass so vieles neu bei Youtube hochgeladen wird *seufz*)

[anglo-indisch] Mulligatawny - eine Version der legendären Suppe aus Dinner for one

Gestern abend kam ich grade vom Grillen rein, als die Eilmeldung im Fernsehen kam und war sofort sehr angefasst. Dieser Moment wird mir wohl immer in Erinnerung bleiben, ähnlich wie 9/11, die Wahl von Papst Benedikt, der Rücktritt desselben und auch die Wahl von Papst Franziskus sowie auch die Todesmeldung von Michael Jackson.
Ich suchte sofort nach Musik von ihm bei den üblichen Verdächtigen im Netz und fand nichts… Das macht mich traurig, denn viele seiner Stücke gehören zum Soundtrack meines Lebens. Kiss z.B. war und ist ein Garant dafür, mich auf eine Tanzfläche zu bekommen, bei Purple Rain bin ich immer ganz nah am Wasser und es gibt noch so einige mehr, mit denen ich etwas verbinde.

Sometimes it snows in April
Sometimes I feel so bad, so bad
Sometimes I wish life was never ending,
and all good things, they say, never last

So begnüge ich mich, das im Netz verfügbare zu hören, das aus seine Feder kam oder von ihm inspiriert wurde, wie z.B. Sheila E., Wendy und Lisa oder auch – wer kennt es nicht – Nothing compares 2 U, das Lied meiner ersten grossen Liebe im Jahr 1990.
Letzten Endes sehe ich es positiv, denn Prince Tod kitzelt gerade Gefühle aus mir heraus, die die letzten Wochen sanft in mir schwelten. Das tut weh, aber es ist gut, dem Raum zu geben, daran zu arbeiten und es dann zu überwinden.

Aber ich werfe jetzt Lolly Lolly von Wendy und Lisa ein und gebe mir danach die volle Dröhung Sheila E. und dir gebe ich jetzt das Rezept für eine köstliche anglo-indische Suppe.

Ein anglo-indisches Kochtreffen

Das hatten sich meine Gäste gewünscht. Gerichte, wie sie heute in indischen Restaurants in Grossbritannien gekocht werden oder auch wie sie ein Teil der britischen Esskultur wurden.

anglo-indisches Kochtreffen

So kochten die Jungs und Mädels eine hervorragende Mulligatawny, natürlich ein Chicken Tikka Masala (die Hochzeit von englischer und indischer Küche), Balti Gosht – ein Lammcurry nach pakistansich-englischer Art und als süssen Abschluss Cranachan auf Punjabi-Art.

Aber erstmal zur Mulligatawny – von dieser Suppe gibt es wahrscheinlich so viele Varianten, wie es Köche gibt. Nur hat die Mulligatawny, wie sie heute in Grossbritannien gekocht wird, nicht mehr viel mit den “Pfefferwasser” aus Tamil Nadu zu tun. Dort findest du weitere Informationen dazu und auch ein Rezept für eine moderne Version des südindischen Klassikers.

Die Mulligatawny (fein, nach dem x-ten mal schreiben, geht auch eine Mulligatawny flüssig aus der Tastatur), die wir hier beim Kochtreffen gekocht haben, ist eine feine, leicht fruchtig-würzige Variante mit kleingewürfeltem, knackigem Gemüse und einem Hauch Kokosmilch. Die Curryblätter bringen einen Hauch Südindien mit, aber unter’m Strich ist sie wohl eher anglo als indisch, auch wenn sie vom  Zweisterner Atul Kochhar im Londoner Restaurant Benares wohl so oder in Abwandlungen gekocht wird.

Die Rezeptmenge ist für 8 Personen als wirklich kleine Vorspeise gedacht und für 4 als grosse Vorspeise oder sogar kleines Hauptgericht. Wenn du den Lammfond durch Gemüsebrühe ersetzt, wird die Suppe sogar vegetarisch bzw. vegan.… [read more]

[indisch] Kartoffel-Tomaten-Curry – Aloo Tamatar

Da sehne ich mich letztens noch nach dem Frühling…

…und schon ist er fast da! Die ersten Erdbeeren aus heimischem Anbau – ja, ich weiss, ist Treibhausware – habe ich gesichtet, die ersten frischen Erbsen aus Frankreich sind eingetroffen und mein Stammhändler auf dem Wochenmarkt sprach auch davon, dass wir bald den ersten Spargel aus Walbeck geniessen dürfen. Die Sonne lässt sich auch blicken und treibt die Menschen nach draussen.
Bei mir aktiviert sie momentan auch ein Aktivitätsgen, dass mich aber nicht nach draussen treibt, sondern unter’s Dach, wo ich mir einen schönen Arbeitsplatz, eine Yoga- und Meditationsecke und ganz viele Regale für Kochbücher baue. Angefangen hatte ich damit schon im letzten Sommer, aber meine Erkrankung und dann auch der Winter hielten mich eine Weile davon ab, da weiter zu machen. Und es war soviel noch zu tun.[indisch] Kartoffel-Tomaten-Curry - Aloo Tamatar

Du kennst das? Ein Speicher oder auch Kellerraum, wo man alles hin trägt, was im Wohnbereich stört. So über Jahre… Dazu noch unausgepackte Kisten vom letzten Umzug, bei mir sogar aus einem anderen Leben, denn für mich gibt es ein vor 2006 und ein danach, das grob unterschiedlich ist. Ich weiss nicht, wie viele Müllsäcke ich mit dem Zeug der letzten Jahre und auch Zeug aus meinem alten Leben gefüllt habe, es sind zu viele. Aber es tut gut, sich von dem ganzen Kram zu trennen. Weg damit!

2006 – ein Sommermärchen, das mich innerlich kotzen lässt. Für mich war es ein Sommeralptraum, wo ich alles verlor. Nach und nach bekam ich ein paar Dinge wieder, nicht viel und auch mein Leben und Freunde von davor waren weg. Aber es ging weiter und ich bekam so viel geschenkt von meinem neuen Leben, auch wenn ich länger brauchte, um mich zu orientieren und einzufinden. Das Leben hat mir den Mann geschenkt und ein paar neue Freunde, die mir alle sehr am Herzen liegen. Viele neue und tolle Erfahrungen durfte ich machen und ohne diesen Sommeralptraum 2006 wäre ich nicht die, die ich jetzt bin.

Die drei Tage, die damals alles veränderten, jähren sich also dieses Jahr zum zehnten Mal. Ich habe überlegt, wie ich dieses Tage im Juli gestalten soll und ich sehe es als Fügung des Schicksals, das mir einen wunderbaren Termin für einen dieser Tage zuspielte. Bald werde ich dir mehr darüber verraten. Ich freue mich auf jeden Fall sehr, dass ich diese Tage mit dem verbringen darf, was mir Spass macht und mit lieben Menschen, die mir gut tun. 2016 hole ich mein ganz persönliches Sommermärchen nach!

Auf geht’s zum Rezept mit bebilderter Anleitung und Nährwerten

Aber jetzt endlich das Rezept für Aloo (Kartoffel) Tamatar (Tomate), wie immer in letzter Zeit mit einer Schritt-für-Schritt-Anleitung, Tipps und Tricks und Nährwerten. Lott jonn! :-)

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[indisch] Erbsen in Rahm mit Bockshornklee – Methi Matar Malai

So langsam wünsche ich mir Frühlingsgemüse herbei

Kennt ihr, ne? Irgendwann ist man es leid, Wurzelgemüse, Kohl, Lagerkartoffeln, Lageräpfel und vieles mehr zu essen, wenn man versucht, möglichst saisonal zu kochen. Ich bin gerade an diesem Punkt. Keine Lust mehr auf das alles. Irgendwie mag mir beim Gang auf den Wochenmarkt nichts mehr gefallen. Über Spargel aus Peru und Spanien, Erdbeeren aus Marokko sehe ich hinweg, das kommt mir nicht in den Einkaufskorb… Es kribbelt in mir und ich scanne den Stand meines Bauern auf neue Gemüse. Leider muss ich da wohl noch etwas Geduld haben, aber die Vorfreude ist gross.[indisch] Erbsen in Rahm mit Bockshornklee - Methi Matar Malai

Und daher habe ich dieser Tage ein Erbsencurry gekocht, natürlich mit TK-Erbsen, denn frische, die ich gerne meditativ aus ihren Schoten puhle, gibt es ja noch nicht. *seufz*

Erbsen heissen auf Hindi Matar, Malai heisst Sahne bzw. eine dicke, fette Creme, der Clotted Cream ähnlich, und Methi steht für Bockshornklee. Hier verwendet ich das getrocknete Grün namens Kasuri Methi. Es riecht aromatisch nach Liebstöckel und Maggi, schmeckt aber nicht unbedingt so. Es gibt Gerichten eine feine, tiefe Würze. Die Inder verwenden Bockshornklee gerne frisch als Gemüsezubereitung, aber auch getrocknet findet es in viele Gerichte. Das bekannteste wird wohl das Butterchicken – Murgh Makhani – sein, ansonsten wird es gerne in Sahnesaucen verwendet. Methi Malai Zubereitung gibt es wie Sand am Meer ;-) Mehr zum Bockshornklee, auch als Samen, findest du bei Gernot Katzer, den Link gibt’s unten im Infoteil, ähnlich wie Bezugsquellen und weitere Rezepte damit.

 

Bebilderte Anleitung, Rezept und mehr

Dieses cremige Curry mit den leuchtend grünen Erbsen macht noch mehr Lust auf Frühling und Sommer, erinnert aber mit den tiefen Aromen das getrockneten Bockshornklees auch an wohlige Winterabende. In dieser Variante ist es recht scharf. Entferne die Kerne und weissen Häutchen aus der Chili oder nimm eine grössere und mildere Sorte, wenn du es nicht so scharf magst. Auch die Menge Chilipulver kannst du reduzieren.… [read more]