Nach langer Zeit habe ich noch einmal Yotam Ottolenghis “Genussvoll vegetarisch“* rausgekramt und der Frittata mit Blumenkohl und geräuchertem Scamorza noch eine Chance gegeben.

Ich habe schon viele Rezepte aus den Ottolenghi-Kochbüchern gekocht (die verbloggten Rezepte findest du dort), aber mit der Frittata wurde ich nicht so recht warm. Mittlerweile denke ich, dass es an dem Käse lag, der einfach über den Punkt geräuchert war.

Für dieses Mal habe ich beim italienischen Grosshandel m.V. wunderbaren Scamorza Affumicata, so nennt man die geräucherte Variante des Brühkäses, der verwandt ist mit Mozzarella und Provolone, gekauft. Und diesmal hat die rauchige Frittata auch wunderbar geschmeckt.

Die Frittata ist schnell zubereitet und macht sich auch fast von selbst, prima für Blumenkohlreste, man steckt ja nicht immer drin, wie die Grösse der angebotenen Kohlköpfe ist. Da lohnt es sich, einen grossen zu kaufen und am zweiten Tag diese Frittata in den Ofen zu schieben.

Yotam meint, dass diese Rezeptmenge für 4-6 Personen reicht. Ich meine, dass zwei gute Esser damit satt werden. Wir haben allerdings noch ein Viertel als Rest gehabt, die ich mir am nächsten Mittag aufgewärmt habe. Wir hatten allerdings auch den empfohlenen pfeffrig angemachten Salat, den Ottolenghi dazu empfiehlt, vergessen.

 

Rauchige Frittata

Zutaten für 2-3 (nach Tina) oder 4-6 (nach Ottolenghi):

  • 1 kleiner Blumenkohl, in mittelgroßen Röschen
  • 6 Eier
  • 4 EL Crème Fraîche
  • 2 EL Dijonsenf
  • 2 TL mildes geräuchertes Paprikapulver – Pimenton de la vera dulce (Gewürzhändler, gut sortierter Supermarkt oder bei Amazon kaufen*)
  • 150g geräucherter Scamorza, mit Rinde gerieben (Käsehändler, italienisches Feinkostgeschäft oder bei Amazon kaufen*)
  • 50g gereifter Cheddar, gerieben (Käsehändler, gut sortierter Supermarkt oder bei Amazon kaufen*)
  • Pfeffer, Salz
  • 2 EL Olivenöl

Zubereitung:

Den Blumenkohl in einem grossen Topf mit kochendem Salzwasser 4-5 Minuten garen, bis er fast weich ist. Abgiessen und abtropfen lassen.

Den Backofen auf 190 Grad vorheizen.

Eier, Crème fraîche, Senf und Paprikapulver gut miteinander verquirlen, anschliessend den Schnittlauch und 2/3 des Käses untermischen. Kräftig mit Pfeffer und Salz würzen.

Das Olivenöl in einer ofenfesten Bratpfanne erhitzen. Darin den Blumenkohl etwa 5 Minuten anbraten, bis er auf einer Seite eine goldbraune Färbung angenommen hat. Mit der Eiermasse übergießen, dann die Röschen mit Hilfe einer Gabel gleichmäßig in der Pfanne verteilen. Etwa 5 Minuten bei mittlerer Hitze garen.

Mit dem restlichen Käse bestreuen, dann die Pfanne in den Backofen stellen. 12–15 Minuten backen, bis die Frittata vollständig gestockt ist.

Aus dem Ofen nehmen und 2–3 Minuten ruhen lassen. Danach in Tortenstücke schneiden und sofort zusammen mit einem pfeffrig angemachten Blattsalat servieren.

 

———–

Quelle – Yotam Ottolenghis “Genussvoll vegetarisch” (bei Amazon kaufen*)
———–

*=Affiliatelink

 

 

Seit kurzem wohnt Heston Blumenthals “Heston at home” (Psst, zugreifen, wird dir momentan beim grossen Fluss für unter 25 Schleifen quasi hinterher geworfen) bei mir und ein paar Rezepte daraus hatte ich auch in der engeren Auswahl für unser Weihnachtsmenue-Kochevent.
Als aber dann Uwe auf Highfoodality von Hestons Rotkohlgazpacho berichtete, war meine Entscheidung schnell getroffen. Natürlich zugunsten dieses Hammergerichts!

Dazu durfte dann auch noch ein Entsafter einziehen, der auch schon lange auf der Liste stand, aber bisher gab es keinen Grund, mir einen zuzulegen. Wie du siehst, ändert Heston alles ;-)

Auch wenn eine Gazpacho eine kalte Suppe ist und ein Eis auch eher im Sommer genossen wird, passte dieses “Süppchen” aufgrund der Aromen primstens in den Winter. Rotkohl ist doch ein echtes Winterkraut und Senf wärmt durch die Schärfe und die ätherischen Öle auch. Sowieso war das Senfeis der optimale Gaumen-Aufräumer vor dem Hauptgang und der kalte Rotkohl schmeckt auch nicht grade fad. Erstaunlich aber, dass die Wohnung am nächsten Tag nach Rotkohl duftete, obwohl dieser nie erwärmt oder sogar lang geschmort wurde. Du siehst, es ist eine wirklich dicht aromatische Zubereitung.

Und die Speise ist ideal zum Vorbereiten – das Eis im Tiefkühlschrank, die 2 Teile Rotkohlsaft, die gewürfelte Gurke und die Rotweinmayo im Kühlschrank bevorraten, dann nur noch Mayo druntermixen und anrichten.

Mengenmässig ging Hestons Rezept für 4 in unserem Fall auch für 10 und die Eismenge für angeblich 6-8 Nasen habe ich sogar halbiert, nicht nur weil die Eismaschine auch nur einen Liter kann, es reichte auch für ein Bällchen Eis pro Portion und einen kleinen Reis für schwere Zeiten ;-)

Rotkohlgazpacho mit Senfeis

Für die Rotkohlgazpacho

Für die Rotweinmayonnaise:

  • 1 grosses Eigelb
  • 10 g Dijonsenf
  • 90 g Erdnussöl
  • 10 g Rotweinessig
  • 15 g Rotwein

Für die Gazpacho:

  • 1 Rotkohl
  • 1 Scheibe weisses Toastbrot
  • 20 g Rotweinmayonnaise (s.o.)
  • 30 g Rotweinessig
  • Salz

Finish:

  • 1/2 Gurke, ohne Kerne und fein gewürfelt
  • 10 Bällchen Senfeis (s.u.)

Für das Senfeis:

  • 180 g Vollmilch
  • 70 g Zucker
  • 420 g Sahne
  • 17 g Milchpulver
  • 60 g rustikaler Senf mit ganzen Körnern
  • 5  g Englischer Senf

Zubereitung:

Für das Senfeis die Milch mit Zucker, Sahne und Milchpulver in einem Topf auf mittlerer Hitze erwärmen und rühren, bis das Milchpulver sich aufgelöst hat. Dann von der Platte nehmen und in einem dichten Behältnis im Wasserbad mit Eiswürfeln abkühlen.

Wenn die Masse abgekühlt ist, die beiden Senfe zugeben und gut verrühren.

Eismaschine anstellen und erstmal 20 Minuten kühlen lassen, dann im laufenden Betrieb das Gemisch zugeben und 20 Minuten arbeiten lassen, bis die Creme beginnt dicker zu werden. In ein hohes Gefäss umfüllen und mit einem Zauberstab kurz durchgehen, dann wieder in die Eismaschine füllen und für weitere 10 Minuten arbeiten lassen. Danach für 2 Stunden kalt stellen

Für die Mayonnaise das Eigelb mit dem Senf in einer Schüssel vermischen, dann langsam das Öl untermischen, um eine Emulsion herzustellen. Wenn sie sehr fest ist, den Essig und Rotwein zugeben. Dann zugedeckt im Kühlschrank aufbewahren.

Für die Gazpacho den weissen Kern des Kohls entfernen, da er bitter sein könnte. Dann drei Viertel des Kohls entsaften. Hiervon 500 g abnehmen. Diese 500 g mit dem Brot im Kühlschrank für 2 Stunden ziehen lassen.

Dann den Saft durch ein Leinentuch drücken und gut auspressen, damit die Stärke des Brots die Suppe ein bisschen andickt.

Vor dem Servieren das letzte Viertel des Kohls entsaften und zum Kohl-Stärke-Gemisch geben. Dann mit einem Zauberstab die Mayonnaise einarbeiten und abschliessend mit Essig und Salz abschmecken.

Zum Servieren, eine kleine Menge Gurkenwürfel in die Mitte eines Suppentellers geben, eine kleine Kugel Senfeis daraufgeben und Tisch die Gazacho drumherum zugiessen.

 


 

Ein wirklich simples und leichtes indonesisches Gericht ist dieses Orak Arik. Und das beste darin ist, dass du es ganz ohne zu exotische Zutatenin kurzer Zeit kochen kannst.

Dieses Kohl-Rührei ist ein eher süssliches Gericht, bedingt durch die Maiskörner und auch die indonesischen frittierten Schalotten, die ich verwendet habe. Falls du sie nicht bekommen kann, kaufe normale Röstzwiebeln oder besser noch, mach sie selbst. Die Röstzwiebeln geben einen schönen Crunch an die Speise, da macht das Essen nochmal doppelt Spass.
Statt des Spitzkohls – er lag halt hier rum und wollte weg – kannst du auch prima Chinakohl oder Pak Choi verwenden, das sind sicher auch spannende Kombis. Basteln wir mal weiter und nehmen Erbsen statt Mais… oder vielleicht Kichererbsen… Eine Möhre reinschnippeln vielleicht?

Besonders toll ist, dass man in wirklich kurzer Zeit eine vollwertige vegetarische Mahlzeit auf dem Tisch stehen hat. Inklusive Schnippelei hat mich das Ganze 20 Minuten meiner Zeit gekostet.

Und da ich gerne das Projekt “Viva con agua” unterstützen möchte, Uwe von Highfoodality zusammen mit Staatlich Fachingen genau für dieses Projekt Rezepte sucht, damit die Spendensumme von 2000 Euro erreicht wird und man dieses Rezept nahezu überall auf der Welt – auch in wasserarmen Gebieten – kochen kann, reiche ich es bei Uwes Blogevent ein!

HighFoodality Blog-Event Wir kochen alle nur mit Wasser

Und hier nun das Rezept:

Zutaten
  • 2 EL Pflanzenöl
  • 1 Schalotte, in feinen Halbringen
  • 300 g Spitzkohl, in feinen Streifen
  • 140 g Mais, das ist eine kleine Dose
  • 1 kleine rote Chili, fein gehackt
  • 50 ml Wasser
  • 3 Eier, verkleppert – ich hatte kleine Demeter-Eier, bei L-Eiern würde ich nur 2 nehmen
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • Röstzwiebeln oder frittierte indonesische Schalotten
 
Zubereitung
Einen Wok mit dem Öl erhitzen und die Schalotte anschwitzen, bis sie glasig sind.
Kohl zugeben und gut vermischen, dann Mais, Chili und Wasser zugeben. Kurz angehen lassen, dann zugedeckt für 2-3 Minuten schmoren.
Verklepperte Eier zügig unterrühren, salzen und pfeffern.
Mit Röstzwiebeln bestreut servieren.

 

 

Wutt..? Gobi? Grobi…? Ne… äh… Gorbi….? Oder doch Obi…?

Gobi ist das indische Wort für Kohl, meist wird Blumenkohl, ich habe aber auch schon Gobi-Rezepte mit anderen Kohlsorten gefunden. Und da ich diesen leckeren Blumenkohl in einer Sauce aus Kokosmilch und einer Nuss-Gewürzpaste gekocht habe, wird ein solches Gericht dann Gobi Korma genannt.
Ein Korma ist ein meist nordindisches Curry, das oft mit Nüssen und Milchprodukten wie Sahne oder Joghurt gekocht werden. Die Kokosmilch ist hier neben der Chili und den Kokosflocken die Brücke zu Südindien, weil dort eher Kokosprodukte verwendet werden. Korma ist Hindi und bedeutet “schmoren”, meist wird dazu Fleisch am Knochen verwendet, hier haben wir die vegane Variante mit Blumenkohl.

Kormas sind meist recht mild. Ich habe allerdings ein bisschen mehr Chili verwendet und so hat es eine angenehme Schärfe und wärmt nachhaltig durch die verwendeten Gewürze. Das Richtige für Herbst und Winter oder auch für Dreckswettertage.

Für dieses südindische Gobi Korma wird zuerst eine Gewürzpaste, eine Masala, angefertigt, die nicht sehr aufwendig ist. Ich liebe den Duft und auch Geschmack dieser Paste mit Kokos, Knoblauch und Zwiebel sehr, auch wenn ich sonst nicht so der Kokosfreund bin.
Für die Masala weicht man Cashews ein, damit man sie besser verarbeiten kann. Wirf das Wasser nicht weg, vielleicht brauchst du noch was davon, um die Paste geschmeidiger zu machen.
Beim Anrösten der Kokosflocken solltest du vorsichtig sein, der Grad zwischen fein gebräunt und schwarz ist sehr schmal. Statt der Cashews kannst du auch Mandeln verwenden.

Ich habe das mal für dich “ge-instagrammt”

Masala

  • 1 kleine Zimtstange, hier Cassia
  • 1 Nelke
  • 6 getrocknete rote Chilis
  • 1 TL Koriandersaat
  • 1 TL weisser Mohn (weglassen, wenn nicht vorhanden)
  • 1 Schalotte, gehackt
  • 1 grüne Chili, gehackt
  • 4 Knoblauchzehen, gehackt
  • 1 TL Ingwer, gehackt
  • 3 EL Kokosflocken
  • 3 EL Cashew, in Wasser eingeweicht
  • 2 TL Pflanzenöl
Öl in einer Pfanne erhitzen und Zimt, Nelke, rote Chilis, Koriandersaat, Mohn und die Schalotten anschwitzen, bis die Schalotten glasig sind, dann grüne Chili, Ingwer, Knoblauch und Kokosflocken zugeben. Für 2 Minuten anschwitzen, dann abkühlen lassen.
Mit den Cashews im Mixer zu einer geschmeidigen Paste verarbeiten.
Gobi Korma
  • 1 mittlerer Blumenkohl, in Röschen
  • 3 Schalotten, fein gehackt
  • 2 Tomaten, fein gehackt
  • 2 Lorbeerblätter, indische, wenn verfügbar
  • 250 ml Kokosmilch
  • 50 g Erbsen, hier TK
  • 1 EL Pflanzenöl
  • Salz
  • 2 EL Koriandergrün, gehackt
  • Masala
Blumenkohl in Salzwasser für 5 Minuten blanchieren.
Öl in einer Pfanne erhitzen, Lorbeer und Schalotten zugeben, etwas salzen und anschwitzen, bis die Schalotten glasig sind.
Gehackte Tomaten zugeben und für zwei Minuten anschwitzen, dann Masala unterrühren und für 5 Minuten braten, bis es aromatisch riecht. Ein bisschen Wasser (am besten Masala-Gefäss damit ausspülen) zugeben, falls nötig.
Blumenkohl und Erbsen zugeben und nach Bedarf ein bisschen Wasser zugeben. Für 10 Minuten köcheln, dann Kokosmilch unterrühren und weitere 10 Minuten sanft köcheln.
Mit Salz abschmecken und mit Koriandergrün bestreut servieren.
© 2012 Foodina Suffusion theme by Sayontan Sinha