[orientstyle] Pasta mit Gorgonzola-Sauce und würzigen Rinderstreifen

Ich habe noch mal ein Pasta-Rezept rausgekramt, was ich vor Jahren schon öfter zubereitet habe und das ein bisschen in Vergessenheit geraten ist. Schade eigentlich, denn es ist wirklich köstlich.

Ideal ist es wenn du Reste von mildem Gorgonzola und/oder Reste von Kurzbrat-Rindfleisch wie Filet oder Hüfte hast. Ich verwende meist die unschönen Endstücke von einer Steakhüfte dafür, die ich im Ganzen kaufe und selbst portioniere. Diese Abschnitte schliefen noch im Tiefkühler und ein Stück Gorgonzola war noch von den Ottolenghischen Linsen mit Tomaten und Gorgonzola über.

Die cremige Sauce mit der feinen Gorgonzolanote und dem orientalischen Hauch von Ras el Hanout passen wunderbar zu dem würzigen, leicht süss-sauren Fleisch, das so schön zart wird.

Das wird’s demnächst wieder öfter geben, zumal es schnell gemacht ist und die Zubereitung einfacher ist, als es scheint.

 

Pasta mit Gorgonzola-Sauce und würzigen Rinderstreifen

Zutaten für 2:

  • 200 g Pasta
  • Salz

Für die Sauce:

  • 100 g milder Gorgonzola
  • 100 ml Sahne
  • 100 ml Weisswein
  • 1 TL Ras el Hanout (Gewürzhändler oder bei Amazon kaufen)
  • 1/2 TL Macis/Muskatblüte, gemahlen (Gewürzhändler oder bei Amazon kaufen)

Für das Rindfleisch:

  • 200 g Rinderhüfte, in dünnen Streifen
  • 1 EL Mehl
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 Schalotte, fein gehackt
  • 100 ml Geflügelbrühe
  • 1 Schuss Rotweinessig
  • 1 Schuss Portwein
  • 1 Schuss Balsamico
  • frisch geriebener Parmesan

Zubereitung

Pasta nach Packungsaufschrift al dente kochen.

In einem Topf den Gorgonzola in Sahne und Weisswein auflösen, dann Ras el Hanout und Macis zufügen und abschmecken.

Das Fleisch im Mehl wenden. In einer Pfanne das Öl erhitzen, die Fleischstreifen auf starker Hitze rasch unter Rühren anbraten, salzen sowie pfeffern und die Schalotte hinzugeben. Kurz sautieren, dann herausheben und beiseite stellen.

Den Bratensatz mit etwas Geflügelbrühe, Rotweinessig und Portwein ablöschen. Einige Minuten köcheln, bis die Soße fast sirupartig ist, mit etwas Salz, Pfeffer und Balsamico würzen, dann das Fleisch in die Pfanne zurückgeben und darin schwenken.

Die Pasta zur Käsesauce geben, gut vermischen und auf den Tellern verteilen. Das Fleisch mitsamt seiner Sauce darauf anrichten. Zum Schluss Parmesan darüber reiben.

 

[Fingerfood] Mini-Paprika mit Orzo, Rucola und Pinienkernen

Schlag auf Schlag geht’s hier mit den Fingerfood-Rezepten vom Kochtreffen! Im Hintergrund wird schon fleissig das nächste Event geplant und auch für’s neue Rezepte gekocht und fotografiert.

Hier haben wir wieder ein Rezept aus Hubertus Tzschirners “Lollies & Cones: Fingerfood 3.0*, das ich euch dieser Tage genauer vorstellen möchte.

Mit einem Haps im Mund sind die kleinen Paprika, gefüllt mit zitronigen Nüdelchen, aromatischem Rucola-Pesto und knackigen Pinienkernen. Hubertus hatte sich für die Präsentation überlegt, die Paprika auf Spiesse zu stecken, was bei uns nicht so gut funktioniert hat und daher schmiegen sie sich schon aneinander auf dem Teller. Wenn Nudeln übrig bleiben, kann man sie super am nächsten Tag noch braten oder anderweitig verwenden. Ausserdem lässt sich alles gut vorbereiten und muss nur a la minute zusammengestellt werden. Und selbst dann können die fertigen Häppchen noch bis zu 45 Minuten ohne Qualitätsverlust auf’s Vernaschen warten.

Mini-Paprika mit Orzo, Rucola und Pinienkernen

Zutaten für 16:

Für die Mini-Paprika

  • 2 Zweige Thymian
  • 2 Zweige Rosmarin
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 EL Olivenöl
  • 16 rote Mini-Paprika
  • 2 Prisen Meersalz

Für die Orzo

  • 200 g Orzo
  • 2 EL Olivenöl
  • 2 Prisen Meersalz
  • 2 unbehandelte Zitronen (Saft und Abrieb)

Für den Rucola

  • 2 Bund Rucola
  • 1 Bund Blattpetersilie
  • 60 g junger Pecorino
  • 40 ml Olivenöl
  • 40 ml kräftige Gemüsebrühe
  • 2 Prisen Meersalz
  • 2 MSP sehr fein gehackte getrocknete Puya-Chili (Tina – chinesische Chili)

Für die Pinienkerne

  • 100 g Pinienkerne
  • Olivenöl zum Rösten

Zum Anrichten

  •  2 rote Thaichili
  •  2 Prisen Meersalz
  • 2 EL Olivenöl

Zubereitung:

Mini-Paprika - Den Backofen auf 160 Grad vorheizen. Die Kräuter waschen, trocken schütteln und die Blätter abzupfen. Den Knoblauch schälen und grob hacken. In einem Stieltopf das Olivenöl erwärmen und die Kräuter und den Knoblauch darin 30 Minuten ziehen lassen. Die Mini-Papika unter warmem Wasser waschen, die Stielansätze wie einen Deckel abschneiden und beiseitelegen. Die Paprika entkernen und zusammen mit den Deckeln im Kräuter-Olivenöl kurz marinieren. Mit den Schnittflächen nach unten in eine ofenfeste Form setzen. Mit Meersalz bestreuen und im Backofen für 16-20 Minuten garen.
Orzo - Orzo in gut gesalzenem Wasser nach Packungsanweisung al dente kochen und nicht abgeschreckt auf einem Blech abkühlen lassen. Mit Olivenöl, Meersalz, Zitronensaft und Zitronenabrieb kurz marinieren.
Rucola - Rucola und Petersilie waschen, trocken schütteln und die Blätter fein schneiden. Einen geringen Teil der Kräuter beiseitestellen. Den Pecorino mit einer Reibe sehr fein hobeln. Alle Zutaten zusammen in einem Mixer oder mit dem Pürierstab zu einem Pesto verarbeiten.
Pinienkerne - Die Pinienkern grob hacken und in einer Pfanne in heissem Olivenöl goldgelb rösten.
Anrichten - Das Rucolapesto mit den Pinienkernen mischen. Die Thaichili halbieren, entkernen, unter lauwarmem Wasser abspülen und in sehr feine Streifen schneiden. Orzo mit Meersalz, Olivenöl und den fein geschnittenen Kräutern abschmecken. Die Paprika auf Gabeln oder Spiesse stecken, zuerst mit dem marinierten Orzo füllen und anschliessend das Rucolapesto zufügen. Mit dem Paprikadeckel abschliessen und servieren.

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[simpel und schnell] Nudeln mit Linsensauce

Ne, ne, ne…. Ich bezeichne das Gericht jetzt nicht wie Rose Elliot in ihrem Buch “Vegetarisch auf die Schnelle“* als Linsenbolognese, denn unter uns Erbsenzählern ist diese Sauce einfach keine Bolognese ;-)
Vielleicht könnte man sie als “Sauce nach Art einer Bolognese” bezeichnen, aber letzten Endes ist es doch egal, wie das Kind heisst, denn es ist köstlich.

Ich hatte Glück, dass ich beim italienischen Feinkostladen meines Vertrauens frische Dinkelvollkornnudeln erwischt hatte, die auch wirklich schmecken und das auch zum Glück nicht allzu gesund. Aber so ein bisschen öko fühlte ich mich schon – so ein bisschen 80er-Öko mit flaschengrünen Hosen, Birkenstocks auch im Winter, dicken selbstgestrickten Socken, übergrossen lila Strickpullis und ganz wichtig den ai-Kalender in der Jutetasche ;-)
Aber es war einfach zu lecker, als dass diese Gedanken mich länger beschäftigt hätten und schliesslich war ich in den 80ern kein Öko, sondern eher eine Dauerwell-Strähnchen-Tussi.

Mal Spass beiseite, wenn dir die Vollkornnudeln zuviel öko sind, nimm einfach normale. Mach ich ja auch meistens, weil die gängigen Vollkornnudeln nicht so ganz nach meinem Geschmack sind. Die Linsensauce schmeckt bestimmt auch zu schönen Hartweizennudeln primstens.

Nudeln mit Linsensauce “nach Art einer Bolognese”

Zutaten für 2:

  • 2 EL Olivenöl
  • 1 Zwiebel, fein gehackt
  • 1 Möhre, fein gehackt
  • 1 Selleriestange, fein gehackt
  • 2 Knoblauchzehen. zerdrückt
  • 1/2 EL Oregano
  • 1 Dose (400g) grüne Tellerlinsen, abgetropft, Flüssigkeit aufbewahrt
  • 200 stückige Tomaten aus der Dose
  • 1 EL Tomatenmark
  • Salz
  • schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen
  • 170 g Spaghetti (oder andere Nudeln)
  • Parmesan, frisch gerieben (ohne Parmesan ist es vegan)

Zubereitung:

Olivenöl in einem Topf erhitzen, die Zwiebeln hineingeben und darin etwa 5 Minuten leicht bräunen. Dann die Möhren, den Sellerie, den Knoblauch und den Oregano hinzufügen und die Sauce zugedeckt unter gelegentlichem Rühren etwa 15 Minuten leise köcheln lassen.

Die Linsen mit den Tomatenstücken und dem Tomatenmark zur Zwiebelmischung geben. Von der aufbewahrten Flüssigkeit der Linsen so viel dazugeben, dass die Mischung schön sämig wird. Mit Salz und schwarzem Pfeffer würzen und bei kleiner Hitze köcheln lassen.

Inzwischen in einem zweiten Topf die Nudeln in reichlich sprudelnden Wasser nach Packungsanweisung kochen und abgiessen.

Die Sauce zu den Nudeln geben, sorgfältig untermischen und die Pasta servieren. Nach Belieben frisch geriebenen Parmesan darübergeben.

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Lasagne mit Hühnerleber, Champignons und Trüffel

Eine Lasagne mit Hühnerlebern, Pilzen und ein bisschen Trüffel(Öl)? Daran kamen wir im Januar nicht vorbei, als ich das Rezept fand. Der Mann freute sich auf Leber und ich auf Lasagne. ;-)

Wunderbar, da hatte Nino Zoccali in seinem Buch “Pasta“* (meine Rezension findest du dort) ja alles richtig gemacht. Nun sassen wir zwei Bekloppten da und warteten auf die Gelegenheit – Markttag, um beim Geflügelmann des Vertrauens feine frische Leber zu kaufen, und gleichzeitig abends schön Zeit, um diese Lasagne zu klöppeln.

Dieses Seelenwärmergericht ist wirklich was für kalte Tage, die ja jetzt zuende gehen, deswegen hab ich noch schnell das Rezept für euch. Und wenn man dazu noch gerne zur Entspannung in der Küche steht, kommt diese Lasagne sehr gelegen. Ich habe übrigens für solche Fälle immer gewürfelte Möhren und Staudensellerie im Tiefkühler, das spart richtig Zeit, wenn es italienische Gerichte mit diesen Zutaten geben soll.

Den Nudelteig habe ich faules Stück natürlich nicht selbst gemacht, aber wenigsten frischen gekauften Teig verwendet, was ich auch dir empfehlen würde, wenn du ihn nicht selbst herstellst.

Insgesamt ist es aber weniger Arbeit als es aussieht und das bisschen Mühe lohnt sich aber tatsächlich. Die Lebernoteein Träumsche, die Pilze harmonieren wunderbar und Trüffel sind natürlich eh ein Hammer. Ich habe es mir gespart, frischen Trüffel zu kaufen. Für richtig guten müsste ich nach Düsseldorf oder Meerbusch fahren, dafür habe ich aber exzellentes Trüffelöl beim italienischen Feinkosthandel umme Ecke erstanden und das auch grosszügig verwendet. ;-)

Laut Nino Zoccali nennt man dieses Gericht Vincisgrassi, es kommt ursprünglich aus Marken. Er empfiehlt, die Champignons in der Saison durch Steinpilze zu ersetzen, die der Lasagne ein einzigartiges Aroma und eine andere Konsistenz verleihen. Die Kombination Trüffel und Steinpilze macht das natürlich auch zu einer Luxusnummer ;-)

Vincisgrassi

Lasagne mit Hühnerleber, Champignons und Trüffel aus den Marken

Zutaten für 2:

Für die Bechamel

  • 220 ml Vollmilch (Tina – 330 ml Vollmilch)
  • 110 ml Sahne (Tina – keine)
  • 20 g gesalzene Butter, als Flöckchen
  • 20 g Mehl 405
  • 7 g frisch geriebener Parmesan
  • 1/2 TL Salz

Für die Lasagne

  • 30 ml Olivenöl
  • 130 g Hühnerlebern, geputzt und fein gehackt
  • feines Meersalz nach Geschmack
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer nach Geschmack
  • 15 g Butter
  • 1 Schalotte, fein gehackt
  • 1/3 Möhre, fein gehackt
  • 1/6 Stange Staudensellerie, fein gehackt
  • 1/2 Knoblauchzehe, fein gehackt
  • 1/2 Zweig Rosmarin, Nadeln abgezupft
  • 1/3 TL getrockneter Oregano
  • 200 g Champignons, in Scheiben geschnitten
  • 130 ml trockener Rotwein
  • 130 ml passierte Tomaten
  • 8 g frische Trüffel (Tina – Trüffelöl)
  • 250 ml Bechamelsauce
  • 100 g frischer Eiernudelteig (Rezept dort)
  • 50 g frisch geriebener Parmesan

Zubereitung

Eiernudelteig – siehe Zubereitung dort, maximal in 1 mm dünne Teigblätter gewalzt und in Rechtecke von 8*17 cm geschnitten

Bechamelsauce – Die Milch mit der Sahne in einer Kasserolle aufkochen und für die Mehlschwitze parallel in einem weiteren Stieltopf die Butter zerlassen. Den Topf vom Herd nehmen und mit einem Holzlöffel das Mehl unterrühren. Den Topf erneutauf den Herd stellen und die Mehlschwitze eine Minute lang ununterbrochen rühren, um das Mehl “hell” zu rösten. Anschliessend nach und nach die heisse Milch zugiessen und zwischendurch die Mischung immer wieder glatt rühren. Sobald die Milch vollständig untergerührt ist, den geriebenen Parmesan und das Salz zugeben und die Sauce etwa 10 Minuten auf kleiner Stufe eindicken lassen, bis sie die Unterseite eines Holzlöffels überzieht. Die Sauce durch ein Sieb geben, um eventuelle Klümpchen zu entfernen, auf Raumtemperatur abkühlen lassen und mit Frischhaltefolie abgedeckt in den Kühlschrank stellen oder sofort weiterverwenden.

Lasagne – Den Ofen auf 180 Grad vorheizen. In einer grossen Pfanne die Hälfte des Olivenöls stark erhitzen. Die Hühnerlebern darin braten. Anschliessend die Lebern aus der Pfanne nehmen, mit Salz und Pfeffer würzen und beseitestellen.

In einem Schmortopf die Butter und das restliche Olivenöl auf mittlerer Stufe erhitzen und das Gemüse, den Knoblauch und die Kräuter dünsten, bis die Zwiebel und der Knoblauch glasig sind. Die Pilze zugeben und braten, bis die Flüssigkeit verdampft ist. Den Rotwein zugiessen und auf die Hälfte einkochen lassen. Die passierten Tomaten zugeben und 10 Minuten köcheln lassen. Die gebratenen Hühnerlebern und das Trüffelöl (falls keine frischen Trüffel verwendet werden) untermischen, erneut abschmecken und dann als Füllung beseitestellen.

Für die Lasagne eine 24*20*5 cm grosse Auflaufform (Tina -kleiner) einfetten und 50 ml Bechamelsauce für den Abschluss beiseitestellen. Etwas von der Leberfüllung in die Form geben, glatt streichen und mit Nudelteigblättern abdecken. Ein weiteres Viertel Hühnerleberfüllung darauf verteilen und ein Viertel der verbleibenden Bechamelsauce darübergeben. Ein paar hauchfeine Trüffeöhobel auf der Beschamelsauce verteilen (falls kein Trüffelöl verwendet wird)  und diesen Vorgang dreimal wiederholen. Die letzte Lage Nudeln mit der beiseitegestellten Bechamelsauce bestreichen und den geriebenen Parmesan und noch ein paar Trüffelhobel darüberstreuen. Die Lasagne etwa 20-30 Minuten im Ofen backen, bis der Käse goldbraun ist. Heiss servieren oder später noch einmal aufwärmen.

 

Und nächste Woche habe ich dann eine indische Woche für euch und einen kleinen Gewinn!

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