Delft und Den Haag zum Chinesischen Neujahr – der Genuss

Wie schön, wenn man die eigene Karnevalsflucht mit dem chinesischen Neujahrsfest in der grossen chinesischen Gemeinde Den Haags – dazu aber später mehr – kombinieren kann. So hatten wir auch diesmal in unserer niederländischen Lieblingsstadt Delft unsere Zelte aufgeschlagen. Diesmal haben wir in den Museumshotels genächtigt, schön zentral gelegen, hübsche Ausstattung, nur die Betten sind zu weich und das Frühstück war erwartungsgemäss mit niederländischen Fluffybrötchen. :-(

Delft bei Nacht

Aber so schlecht wie das Hotelfrühstück, so gut ist das sonstige kulinarische Angebot. Da können sich so manche deutsche Gastronomen ein bis zwei Scheibchen abschneiden. Ein wirklich gutes Angebot für mittags auf extra Lunchkarten und dann kann der Niederländer dann auch anderes als Fluffybrötchen. Die Auswahl an Brot und Brodjes, auch Sauerteigprodukten und viel organischen (Bio)Zutaten war schon toll.
In vielen Gaststätten, Kneipen, Eetcafes, Diners usw. wirst du auch nahezu erschlagen von unterschiedlichen Biersorten. In unserer Lieblings”kneipe”, dem Stadscafe “De Waag” haben wir uns ein bisschen
durch die Bierkarte getrunken und noch nicht mal ein Drittel geschafft ;-)

Die Theke mit dem Extraplatz ;-)

die “kleine” Bierkarte mit über 30 Biersorten

Es lohnt sich wirklich, wegen des Essens und wegen der Bierauswahl, auch wenn viele aus Belgien kommen, in die Niederlande zu fahren. Wir haben authentische asiatische Küche genossen, sogar chinesisch ohne folgenden Glutamatkrampf, der mich die ganze Nacht beschäftigen kann. Und indonesische Küche ist dort eh der Hammer, da merkt man einfach, dass Indonesien früher eine holländische Kolonie war. Auf die Fritten und die gute holländische Mayo freue ich mir auch immer ein Loch in den Bauch. Aber schau selbst, was und wo wir gegessen haben. (nach dem Klick, weil es einige Fotos sind)… [read more]

Wiederholungstäter – SichuanKüche in Duisburg II

Wir haben es schon wieder getan, diesmal mit Freunden. Und es wird nicht unser letztes Mal gewesen sein, es gibt noch so viel neues zu kosten.

Weiterhin sind wir nachhaltig begeistert vom San Chuan, dem authentischen Sichuan-Restaurant in Duisburg, und haben wohl auch unsere Freunde damit angesteckt. Was ich über unseren ersten Besuch dort geschrieben habe, kannst du dort nachlesen. Hier gibt es jetzt ein paar nette Bildchen mit Untertiteln ;-)

Wir haben uns zu viert sechs Gerichte gegönnt, dabei waren zwei Wiederholungen vom ersten Besuch, weil wir so begeistert waren, dass unsere Freunde das auch kosten mussten.

Wiederholung – Mapo Tofu und immer noch ein Highlight

Auch eine Wiederholung – Rindfleisch mit Chili und Blütenpfeffer, ich liebe immer noch diese knusprigen Spitzpaprika

Schweinerippen mit Kreuzkümmel – hätte auch indisch sein können. Ich habe die Kartoffeln geknabbert, die super lecker waren, die anderen waren mit den Rippchen auch sehr zufrieden.

Gebratener Eisbergsalat mit Austernsauce – sehr spannend, wird aber wohl nicht unser Lieblingsgericht ;-)

Hähnchen nach KongPo-Art – NomNomNom, das war wohl eins der besten Gerichte an dem Abend. Ich liebe ja eh Erdnüsse im Essen, aber die anderen konnten sich auch für dieses Gericht begeistern.

Angebratener Schweinebauch mit Pepperoni – auch ganz lecker und ich konnte ihn sogar essen (ich habe so meine Probleme mit fettigem Fleisch). Beim nächsten Mal ist aber eher der rote Schweinebauch fällig, der auch auf der Karte steht ;-)

Ein paar Desserts haben wir dann direkt auch probiert. Vorweg – ich würde sie alle wieder bestellen, schon allein weil sie etwas so anderes sind und so besonders schmecken für unseren Gaumen.

Klebreisbällchen gefüllt mit roter Bohnenpaste – strange und nicht zu vergleich mit europäischen Desserts

Sesampaste – noch seltsamer und kaum zu beschreiben. Ich fand sie ganz lecker, hätte aber niemals soviel davon essen können

Gekochte Reiskugeln mit süsser Füllung – aussen ein bisschen schleimig und ein süsser Kern aus Erdnusspaste. Spannend, wirklich….

Aber die gebackenen Bananen durften auch nicht fehlen ;-)

 

Also los, hin und ausprobieren:

San Chuan
Asterlagerstrasse 210

47228 Duisburg-Rheinhausen
Fon: 02065 – 678 143
http://www.sanchuan-restaurant.de/

Sichuan-Küche in Duisburg

Eins vorweg – der Geniesser ist’s schuld (Und wir haben gehört, dass er auch schon bei der Bochumer Imbiss-Filiale war ;-) )

Wir verweigern ja seit Jahren den Besuch bei irgendwelchen Glutamat-Chinesen. Thomas mag das Essen dort eh nicht so gern und mein Körper wehrt sich heftigst gegen grössere Mengen Glutamat. Insgeheim warten wir aber immer auf den ultimativen Tipp, wo es in näherer Umgebung authentisches, chinesisches Essen geben kann. Und da kam dann des Geniessers Topfgucker-Beitrag um die Ecke, wo er unter anderem auf einen Artikel auf derwesten.de über einen Sichuan-Imbiss in Bochum, an den auch ein China-Restaurant in Duisburg angeschlossen ist.

Es traf sich gut, dass wir uns eh ein bisschen näher mit der Sichuan-Küche, einer chinesischen Regionalküche, beschäftigen wollen, die wohl viel mit Chili, Koriander und Kreuzkümmel arbeitet. Auch der Szechuanpfeffer, dem man eine zungenbetäubende Wirkung nachsagt, kommt von dort. Klar, dass uns sowas gefällt, wo wir doch kulinarisch in der indischen und thailändischen Küche quasi zu Hause sind.

Also ab nach Duisburg zum San Chuan, um nachhaltig begeistert wieder nach Hause zu fahren.

Wir waren am Maifeiertag am späten Mittag dort. Anscheinend hatten wir eine Zeit erwischt, wo aber nu gar nix los war. Gut für uns, denn wir hielten mit Cheffe Jie Liang mehr als nur ein Schwätzchen.

Das Restaurant liegt an einer Landstrasse, eingerichtet wie ein typisches China-Restaurant. Es gibt zwei Karten – die Sichuan-Karte und eine “Standard-Chinakarte”. Bestellt haben wir vier Hauptgerichte von der Sichuan-Karte, dafür waren wir ja da.

Jie Liang war sehr überrascht, dass wir extra aus Ratingen angereist waren und tischte uns wirklich leckere Sachen auf. Die Reste haben wir uns übrigens entgegen unserer sonstigen Art einpacken lassen, weil es einfach köstlich und vor allen Dingen glutamatfrei war. Manchmal ist es wirklich schade, dass man satt wird.

So begeistert wir von der Sichuan-Küche waren, so freute sich Jie Liang über unser ehrliches Interesse an seiner Heimatküche. Er erzählte, dass wohl nicht alle Gerichte auf der Sichuan-Karte rein aus Sichuan wären, aber auf jeden Fall authentisch chinesisch. Natürlich kamen wir auf dieses Blog zu sprechen und er versprach mir ein Rezept aus dem chinesischen Kochbuch, das er uns gezeigt hatte. Den handverlesenen Szechuanpfeffer bringt er selbst aus China mit und verglichen mit der Qualität, die man sonst hier in Asia-Läden kaufen kann, ist das wirklich Hammerzeug. Und das Beste ist – ich habe jetzt ein bisschen davon zuhause und könnte täglich wie ein Junkie daran schnuppern.

Aber ich kann euch wirklich viel erzählen. Schaut doch einfach mal.

Mapo Tofu, Hackfleisch mit Tofu in einer scharfen Sauce. Yessssss, so mögen wir auch Tofu. Darin waren ausserdem Szechuanpfeffer, getrocknete Chilis, Paprika, Lauch in einer scharfen Sauce.

Sauer-scharfe Kartoffelstreifen. Köstlich, wirklich… Die Kartoffelstreifen waren schön knackig, leicht sauer-scharf angemacht, darin waren noch Chilis und Koriandergrün.

Hähnchenbrust mit Szechuanpfeffer und Chili. Ich sach nur #NOM…. Auf dem Teller waren noch Paprika, Kohl, Staudensellerie und getrocknete Chilis

Eigentlich sollte das Rindfleisch mit Kreuzkümmel sein, aber die Küche hat sich vertan und Rind mit Szechuanpfeffer und Chili gemacht. Egal, war trotzdem klasse. Und wo man erwarten würde, dass bei den beiden letzten Gerichten einfach nur das Fleisch ausgetauscht wurde – weit gefehlt. Das war ein komplett anderes Gericht. Am meisten haben mich hier die knusprig gebratenen grossen Chilistücke begeistert. Ausserdem waren noch Paprika, Frühlingszwiebel, Erdnüsse, Staudensellerie und natürlich Chili und Szechuanpfeffer dran. Anscheinend hatte man auch Chili-Öl verwendet. Für mich der Anlass, endlich Katharina Seisers Chili-Öl nachzubauen. Im Bildhintergrund sieht man die Plastikbox mit Reis ;-)

Sieht das alles nicht toll aus? Für grobmotorische Langnasen wie uns gab es auch normales Besteck….

… und für meine Gewürzsammlung zwei neue Mitbewohner. Jetzt warte ich nur noch auf das Rezept.

Der nächste Termin steht übrigens auch schon, es gibt noch soviel zu probieren. Und dafür nehmen wir uns ein befreundetes Paar mit, zu viert lässt sich doch noch mehr kosten. Ik freu mir.

Und wenn ihr mal chinesisch essen gehen wollt, abseits der pseudo-chinesischen Küche der meisten Chinaläden, sollte ihr genau dorthin fahren:

San Chuan
Asterlagerstrasse 210

47228 Duisburg-Rheinhausen
Fon: 02065 – 678 143
http://www.sanchuan-restaurant.de/


Kurzurlaub in NL – die Restaurants

Nuja, was man so Restaurant in den Niederlanden nennt. ;-) Dabei waren Eetcafes, der beste und der schlechteste Inder Delfts sowie unser Lieblingsindonesier in Den Haag.

Wir haben uns eine kleine Auszeit während des Karnevals – wir gehen ja zum Lachen in den Keller – in Delft und Umgebung gegönnt und zum Glück auch meist traumhaftes Wetter gehabt. Das Essen sowie das Hotel waren auch grösstenteils fein. Fotos aus Delft, Schiedam, Gouda, Hoek van Holland und ein Sonnenuntergang in Scheveningen werden folgen, genauso wie etwas über das Hotel und unsere Mitbringsel, darunter fieser holländischer Leckerkram für Stef

Auf der Hinreise haben wir uns in Armersfoort zur Einstimmung quasi die volle Dröhnung Hollandfood gegeben ;-)

Klassischer Lunch in einem Eetcafe - Frites mit Kaassouffle, Kipnuggets und Majo für mich und einen Uitsmijter (sowas wie ein Strammer Max mit Käse, Schinken, 3 Spiegeleiern und wabbeligem holländischem Weissbrot) für den Pfannenmeister.

Am Abend waren wir dann bei Delfts anscheinend bestem Inder – dem Maharani. Sehr lecker und was mir positiv bei den indischen Restaurants aufgefallen ist -> man bekommt die vegetarischen Gerichte als Hauptgericht und nach Wunsch eine kleinere Portion als Beilage. In Deutschland ist sowas meist nicht möglich.

Wir hatten vorweg Pappadams mit Mangochutney, Minz-Raita und sauren Pickles. Dann Naan (nicht auf den Bildern), Reis, Palak Panir (2. Bils rechts, indischer Käse mit Spinat), Bhuna Murgh (3. Bild hinten, Hühnercurry), Gosht Vindaloo (3. Bild vorne links, Lamm-Vindaloo) und Aloo Mattar (3. Bils rechts, Kartoffeln mit Erbsen). Wirklich alles traumhaft lecker und am meisten hat uns das Bhuna Murgh verblüfft.

Wenn ihr gerne indisch esst und mal nach Delft kommt, geht dahin… Ihr werdet es nicht bereuen.

Am nächsten Mittag sollte es eigentlich nur eine Kleinigkeit sein… Was holländische Fischgeschäfte in Den Haag manchmal so unter Kleinigkeiten verstehen, seht ihr unten.

Das war ein kleiner *hust* Backfisch und eine kleine *huuuhuust* Portion Kibbelinge, das ist übrigens Backfisch in kleineren Stücken.

Aber bei dem, was uns abends noch erwarten sollte, war es gut, dass wir gut gegessen hatten, denn wir hatten den schlechtesten Inder Delfts erwischt. Solltet ihr mal in Delft sein, geht nicht zu dem Inder hinter der Niewe Kerk (Neue Kirche), das hat mit indischer Küche nicht mehr viel zu tun.

So schlechtes Tamarindenchutney und so furchtbar grüne Minzsauce zu so schlechten Mikrowellen-Papadams (Bild 1) hatte ich noch nie. Das Naan war wohl Convenience und nur schnell aufgebacken, das Murgh Jalfrezie (Bild 2, Hühnercurry) und das Gosht Balti (3. Bild, Lammcurry), auf das wir so gespannt waren, schmeckte eher nach Sossenpulver als nach indischen Gewürzen, die sicher da leicht drüber geflogen waren. Der irgendwie gemüsige Reis war nahezu geschmacklos… Bäh, never ever….

Am nächsten Mittag hatten wir im Boterhuis (Butterhaus) leckere Brodjes (quasi belegte Brötchen) zum Lunch, die richtig toll waren. Leider ohne Foto. Hatte ich schonmal erwähnt, dass ich diese Sitte mit den unterschiedlichen Lunch- und Abendkarten echt toll finde. Auf den Lunchkarten findet man meist so Brodjes, Toastis (nicht solche “Nicht-Schnitzel”), Uitsmijters, Omeletts und sonstige Kleinigkeiten…

Abends fielen wir dann endlich bei unserem Lieblingsindonesier mitten in Den Haags Chinatown ein. Im letzten Jahr bei unserem Den Haag Besuch haben wir uns spontan darin verliebt ;-) und dieses Jahr waren wir noch begeisterter. Ich fahnde schon nach indonesischen Kochbüchern ;-)

Vorweg hatten wir Schweine- und Hähnchensates mit Erdnusssauce, danach Goelei Kambing (Bild 1 und 3, ein Ziegengericht) und Ajam Roedjak (Bild 2 und 4, ein scharfes Hühnergericht) sowie Nasi Goreng Djawa und Bami Goreng Djawa (gebratener Reis und Nudeln mit Gemüse und chön charf). Näh, wat lecker…

Ganz gute Pizza bekommt man auch in den Niederlanden, sogar ganz tourimässig in Gouda am Markt, aber in der Nebensaison ist das kein Problem… ;-)

Eine Contadina und eine Capricciosa, beides ganz gut.

Und an unserem letzten Abend sind wir nochmal bei Istana, dem Indonesier eingefallen, um einen kleinen Happen zu essen.

Gemischte Sates mit zweierlei Dip für den Herrn und die Dame hatte Ajam Kerrie, ein indonesisches Hühnercurry, dazu gab’s wieder Bami Goreng Djawa, scharfe gebratene Nudeln mit Gemüse. Yummie, ich könnt direkt wieder hinfahren, wenn es nicht so weit wäre… :-(

Am letzten Tag haben wir auf der Rückreise noch die Jenever-Stadt Schiedam gestreift, um uns mit dem leckeren Gesöff einzudecken. Dabei haben wir uns noch die Stadt ein wenig angeschaut und nochmal echt holländische in einem Eetcafe geluncht…

Mangels fiesem frittiertem Zeuch (Yummie) auf der Karte hatte ich ein Omelett mit Käse, darunter war das oben erwähnte holländische Wabbelweissbrot und der Pfannenmeister genoss seinen letzten Uitsmijter…

Noch kurz am Ende Rande – In den Niederlanden bekommt man oft in den Eetcafe gut sortierte europäische Biere, besonders Tripel und Dubbels aus Belgien. Ein sehr grosses Sortiment findet man in De Waag im Delfter Zentrum. Wir sind dort zweimal abends für einen Absacker und fanden es sehr schade, dass man von diesen doch recht starken Bieren nicht soviel trinken kann ohne über die Strasse zu wanken. Aber das Tripel Karmeliet und das Westmalle Trappist haben wir probiert und waren schwer beeindruckt..