[chinesisch] Fu Zhu Sao Niu Rou – Rotgeschmortes Rindfleisch mit Tofubambus

Jäger und Sammler

Unter diesem Begriff müsste eigentlich ein Bild von mir zu finden sein. Ich bin ein Zutatengeek, ein Trüffelschwein und verrückt sowieso. Das erklärt besonders, warum die Vorratsschränke hier nahezu aus allen Nähten platzen und ich das Sortiment diverser Asialäden im Schlaf aufsagen kann. Wenn du jemals jemanden Regale scannenderweise durch einen Asialaden schlurfen siehst – ich bin’s nur.

Meist finde ich Zutaten (“Oh, guck mal, was ist das denn? Klingt ja spannend, kostet auch nicht viel und ist haltbar – geht mit!”) einfach beim Schlendern – nicht nur im Asialaden, auch im Grossmarkt, auf dem Wochenmarkt und sonstwo – oder ich entdecke Rezepte mit Zutaten, die ich noch nicht kenne, wovon ich aber denke, dass es nur wenig Aufwand ist, sie zu besorgen.

So geschehen bei diesem Tofubambus, Tofu Bamboo oder auch auf chinesisch Fu Zhu. Das ist die getrocknete Haut vom Tofu bzw. die Haut, die auf erhitzter Sojamilch bildet. Diese wird dann vorsichtig abgezogen und getrocknet. Oft findet man sie im Asialaden glatt gefaltet oder halt in dieser Variante, wo sie grob zu Stangen zusammengerafft wird. Sie hat einen cremigen, nussähnlichen Geschmack. Man kann sie verwenden, um darin etwas einzuwicklen oder wie hier in einem Schmorgericht. Auf jeden Fall eine tolle Entdeckung.

[chinesisch] Fu Zhu Sao Niu Rou - Rotgeschmortes Rindfleisch mit Tofubambus

Fu Zhu Sao Niu Rou – Rotgeschmortes Rindfleisch mit Tofubambus

Eigentlich ganz einfach – Fleischstücke blanchieren, dann die Sauce herstellen und das Fleisch zugeben. Kurz vor Schluss die eingeweichten Tofustücke zugeben und geniessen. Ziemlich narrensicher und wahnsinnig lecker. Passt übrigens auch wunderbar zu chinesischen Nudeln, ähnlich wie unser gutes deutsches Gulasch ;-)

Falls du keinen Tofubambus bekommen kannst, verwende einfach Stücke von blanchiertem Wurzelgemüse oder Bambusstücke. Aber die Suche nach dem Tofubambus ist dieses Gericht allemal wert.

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[light & easy] Bloody-Mary-Steak mit Avocado

Schnell auf dem Tisch

Das ging ja ruckzuck… Die Sauce ist in Windeseile zusammengeklöppelt, die Avocado und Tomaten geschnitten und dann muss nur noch das Steak durch die Pfanne gejagt werden. So genial und köstlich wünsche ich mir die schnelle Küche! Dieses irre Rezept mit der würzigen Tomatensauce fand ich in Hugh Fearnley-Whittingstalls  “light & easy“* (meine Rezension findest du hier).

Auch wenn ich nicht der grosse Avocado-Fan bin, schmeckte mir das Gericht sehr gut und es wird wohl noch öfter in Variationen auf den Tisch kommen, denn für das schnelle Kochen nach Feierabend ist es wirklich ideal.[light & easy] Bloody-Mary-Steak mit Avocado

Bloody-Mary-Steak mit Avocado

Eine tolle Idee, eine pikante Tomatensauce zu Steak und Avocado zu reichen! Die feine Säurenote passt wunderbar zu den Tomaten und der cremigen Avocado, auch das in Streifen geschnittene saftige Steak harmoniert richtig gut mit der Sauce. Ich habe statt des Rump- oder Lendensteak das kleine Filet von der Hüfte verwendet – das ist der kleine Teil einer kompletten Rinderhüfte, erkennbar an der kleinen Sehne, die sich durch das Fleischstück zieht. Leider war das Fleisch wohl noch etwas unter Zimmertemperatur, so dass das Stück nach dem Braten wie im Rezept beschrieben eine zu niedrige Kerntemperatur hatte. Nach ein bisschen Ruhen im 80 Grad warmen Ofen, wo ich auch immer die Teller vorwärme, und kurzem Nachbraten in der Pfanne war es aber sehr gut.

Frau muss sich halt nur zu helfen wissen ;-)… [read more]

[altdeutsche Küche] Züricher Fleischkloss, Rahmgrünkohl und panierte Kartoffeln

Der Hauptgang des altdeutschen Kochtreffens

In unseren alten Kochbüchern fanden wir einige Schätze, die wir zu einem harmonischen Hauptgang zusammenstellten. Rahmgrünkohl kannten wir alle noch nicht und so probierten wir das Rezept aus “Grosses illustriertes Kochbuch” von Erhardt-Mathis aus dem Jahr 1914 gerne aus. Eine wirklich spannende Kombination, die Sahne zieht nahezu komplett in den Kohl ein und gibt ihm so einen rahmigen Geschmack. Die panierten Kartoffeln hatten der Mann und ich schon einmal ausprobiert, so dass wir das Rezept dem oben genannten Kochbuch gerne beim Kochtreffen vorstellten. Sie wurden sogar noch besser als bei unserem Erstversuch. Probiert das mal aus statt Kroketten, eure Gäste werden überrascht sein.

[altdeutsche Küche] Züricher Fleischkloss, Rahmgrünkohl und panierte Kartoffeln

Natürlich durfte bei so einem Kochtreffen ein Rezept von Henriette Davidis nicht fehlen, hier liegt ihr “Praktisches Kochbuch” aus 1896. Unsere Wahl fiel auf den Züricher Fleischkloss, ein Reste-Essen, das schnell zusammengestellt eine Weile gedämpft. Dazu gab’s Düsseldorfer ABB-Senf, wenn schon rustikal, dann richtig!

Der Grünkohl fand seine Fans, die sich freuten, die Reste mitnehmen zu dürfen, ähnlich wie der Fleischkloss und die Kartoffeln, die der Mann uns am Folgetag aufwärmte.

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[italienisch] Brasato al Barolo – Rindfleisch in Barolo

und dazu Scorzonera alle acciughe – Schwarzwurzeln mit Sardellen

Da braucht’s wirklich nur noch ein, zwei Stücke Brot zu, um die Sauce aufzutunken. ;-)

Gemeinsam mit unseren Freunden kochten wir als Hauptgang diese zwei köstlichen Gerichte aus dem “Silberlöffel“*, die schön miteinander harmonierten. Der Rinderbraten in der köstlichen Barolo-Sauce war eine tolle Idee. Noch nie hatten wir mit Barolo gekocht, der Preis schreckte doch zu sehr ab. Aber zum Glück fanden wir bei unserem italienischen Grosshändler ein gutes Angebot und ausserdem gab es auch was zu feiern. Da schenkt man doch auch gerne denselben Wein aus, der auch an der Sauce ist. Schwarzwurzeln mit Sardellen klingt ein bisschen komisch, war aber eine spannende Kombination von süsslichen Schwarzwurzeln und salziger Sauce.

[italienisch] Brasato al Barolo - Rindfleisch in Barolo, dazu Schwarzwurzeln mit Sardellen

Rezept für die Schwarzwurzeln

4 Personen, Vorbereitung 30 Minuten, Garzeit 30 Minuten

Zutaten:

  • 1 Zitrone, Saft davon
  • 675 g Schwarzwurzeln, in 5 cm grossen Stücken
  • 120 g Sardellenfilets, 10 Minuten in kaltes Wasser gelegt und abgetropft
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 EL Kapern, abgetropft und gehackt
  • 1 EL Weissweinessig
  • 1 Stängel Blattpetersilie, gehackt
  • Salz

Zubereitung:

  1. Einen grossen Topf mit Wasser füllen. Zitronensaft, 1 Prise Salz und die Schwarzwurzeln hineingeben und zum Kochen bringen. Danach die Temperatur reduzieren und die Schwarzwurzeln 30 Minuten köcheln lassen.
  2. Währenddessen die Sardellenfilets hacken, Das Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, die Sardellen zufügen und bei niedriger Temperatur unter gelegentlichem Rühren anbraten, dabei die Sardellenfilets mit einem Holzlöffel zerdrücken, bis sie püriert sind. Kapern und Essig zu dem Sardellenpüree geben und kochen, bis der Essig verdampft ist.
  3. Den Topf vom Herd nehmen. Die Schwarzwurzeln abgiessen. In eine vorgewärmte Servierschüssel geben, die Sardellen darüber verteilen, mit Petersilie bestreuen und servieren.

Rezept für Rindfleisch in Barolo

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