[vegan] Fregola Sarda mit Artischocken und Chilisauce

Weil’s geht ;-)

Ein Ottolenghi-Rezept veganisieren? Kann ich! Zugegeben, es war diesmal recht einfach, denn er hat ausnahmsweise mal nicht mit Molkereiprodukten um sich geworfen in dem Rezept, das ich in Yotam Ottolenghis neuem Kochbuch Plenty more* (deutsch Vegetarische Köstlichkeiten*) fand. Ich habe einfach die Butter weggelassen.

Auch wenn ich mich momentan vegetarisch ernähre – bis auf sonntags – möchte ich versuchen, meinen Konsum von Joghurt, Sahne und co zu reduzieren. Einfach weil’s geht und weil ich mich so auf eine Entdeckungsreise begebe, die sehr spannend ist und mein Leben bereichert. Immer schön neugierig bleiben ist die Devise!

So war es auch bei der Fregola Sarda, den kleinen gerösteten Nudelkügelchen aus Sardinien. Schon lange schleiche ich um Rezepte mit dieser würzigen Pastasorte herum. Mir fehlten nur zu meinem Glück eben diese Kügelchen, die ich aber dann zufällig im italienischen Feinkostladen fand. Gekauft! Erstmal verschwanden sie in den Tiefen meiner Vorratsschränke, aber gestern waren sie fällig. Und es wird sie wieder geben auf meinem Esstisch, denn sie schmeckten wirklich gut. Mir gefällt diese – Mist, wenn einem kein deutsches Wort einfällt – chewy Konsistenz und die feinen Röstaromen.

[vegan] Fregola Sarda mit Artischocken und Chilisauce

Fregola Sarda mit Artischocken und Chilisauce

Yotam Ottolenghi verwendet in seinem Rezept frische Artischocken. Weil ich aber bequem bin und eh noch Artischockenherzen bei mir im Kälteschlaf schlummerten, habe ich diese genutzt. Das kürzt auch das ganze Rezept und die Zubereitungszeit ab. Wunderbar, so steht dieses Gericht schnell auf dem Tisch.

Du wirfst alle Zutaten für die Chilisauce in den Mixer, karamellisierst die Zwiebeln, gibst Fregola, Brühe und Artischocken dazu und lässt es vor sich hin köcheln. Runter von der Platte und noch was Ruhe gönnen, dann Essig und Mandeln unterrühren und FERTIG! Noch eben Petersilie und Chilisauce drauf und geniessen… ;-)

Weil’s vegan ist ohne Ersatzprodukte, darf das Rezept auch rüber zum Tierfreitag!

tierfreitag [read more]

[vegetarisch] Orzo mit Gemüse und Mozzarella aus dem Ofen

Endlich wieder ein Ottolenghi

Das neue Kochbuch von Yotam Ottolenghi bekam ich von einem lieben Freund zum Geburtstag geschenkt. “Plenty more“* heisst es und wurde auch schon auf deutsch übersetzt, da heisst es dann “Vegetarische Köstlichkeiten“*. Er ist seiner Linie treu geblieben – viel meditarrene Aromen, tolle Fotos und Rezepte und das öfteren einen kleinen asiatischen Dreh. Gefällt mir!

Das erste Rezept, das ich daraus kochte, war aber wieder ein mediterranes Gericht mit diesen kleinen Nüdelchen, die wie Reis aussehen. Dazu noch Auberginen, festen Mozzarella und süsse Tomaten und fertig war ein feines Ofengericht. Es schmeckte genau so, wie man es von einem Ottolenghi-Rezept erwartet. Für mich kann man mit seinen Rezepten nichts falsch machen. Man weiss vorher, wohin die Reise geht, wenn man seinen Stil kennt.

[vegetarisch] Orzo mit Gemüse und Mozzarella aus dem Ofen

Ein köstliches Ofengericht

Etwas aufwendig zwar, die Ottolenghianer sind ja sowas gewohnt, aber das Ergebnis belohnt für alle Mühen. Wundervoll aromatisch mit Nüdelchen, Gemüse und zerflossenem Mozzarella schmeckt die Speise nach Mittelmeer und Sonne.

Die Auberginen werden vorab in reichlich Olivenöl gebraten, ähnlich die weiteren Gemüse, bevor man sie mit den ebenfalls angebratenen Nudeln, Mozzarella, Gewürzen, Kräutern und der Brühe zusammenfügt und in eine Ofenform gibt. Dann noch die Tomaten – es müssen schon aromatische, vollreife Tomaten sein, denn davon lebt das Gericht – obendrauf und ab in den Ofen. Endlich Pause! ;-)

Den festen Mozzarella gibt’s als Rollen im gut sortierten Supermarkt. Er eignet sich auch gut zum Reiben für Pizzakäse. Hier wird er verwendet, damit er im Gericht nicht komplett zerfliesst. So findet man in der fertigen Speise noch weiche Stücke davon, die feine Fäden ziehen.

[read more]

[genussvoll vegetarisch] Linsen mit Tomaten und Gorgonzola

Das Schöne an meiner momentanen fleischlosen Ernährung ist auf jeden Fall, dass so einige vegetarische Kochbuchschätzchen wieder hervorgeholt werden. Darunter auch “Genussvoll vegetarisch“* von Yotam Ottolenghi, aus dem dieses wirklich geniale Rezept stammt.

Auf jeden Fall wird dieser “Salat” auch für den Sommer vorgemerkt. Es passt bestimmt super auch zu Gegrilltem und lässt sich gut kalt essen.

Aromatisch sehr dicht kommt er daher, auch wenn man wie ich andere Linsen als die von Ottolenghi empfohlenen Castelluccio-Linsen verwendet. Fein kräuterig, ein bisschen säuerlich, die Süsse von den Tomaten (die ich übrigens selbst eingelegt hatte nach einem Kochtrotz-Rezept) und der herbe Gorgonzola. Auch wenn man die milde Variante verwendet, kommt er richtig gut durch. Einen kräftigen Gorgonzola würde ich jeden Fall nicht verwenden.

Frisch zubereitet schmeckt er lauwarm einfach klasse, aber auch am nächsten Tag gut durchgezogen hat er Qualitäten, zum Lieblings-Linsensalat aufzusteigen.

 

(Castelluccio-)Linsen mit Tomaten und Gorgonzola

Zutaten für 2:

  • 1/2 kleine, rote Zwiebel, in sehr dünne Scheiben geschnitten
  • 1/2 EL guter Rotweinessig
  • 1/2 TL Maldon Sea Salt
  • 125 g Castelluccio-Linsen (Tina – Puy-Linsen)
  • 1,5 EL Olivenöl
  • 1/2 Knoblauchzehe, zerdrückt
  • 1,5 EL Kerbel, gehackt
  • 1,5 EL Schnittlauchröllchen
  • 2 EL Dill, gehackt
  • 40 g milder Gorgonzola, in unregelmäßige Stücke geschnitten
  • Pfeffer

Ofengetrocknete Tomaten: (Tina – selbst eingelegte)

  •   2,5 Flaschentomaten
  • 4 Zweige Thymian
  • 1/2 EL Olivenöl
  • 1 EL Balsamico
  • Salz

Zubereitung:

Zuerst die ofengetrockneten Tomaten zubereiten. Dazu den backofen auf 130° vorheizen, die Tomaten längs vierteln und mit der Hautseite nach unten auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen.
Die Thymianzweige darauf verteilen. Mit dem Olivenöl und dem Balsamico beträufeln und mit etwas Salz bestreuen.

Für 90 min in den Backofen stellen, bis die Tomaten halb getrocknet sind. Den Thymian entfernen und die Tomaten auf dem Blech kurz abkühlen lassen.

Während die Tomaten trocknen, kann man alles andere gut machen: die Zwiebelscheiben in einer mittelgroßen Schüssel mit dem Rotweinessig übergießen und mit dem salz bestreuen. Umrühren und einige Minuten marinieren, damit die Zwiebeln etwas weicher werden.

Die Linsen in einen Topf mit kochendem Wasser geben (das Wasser sollte etwa drei Zentimeter über den Linsen stehen) und 20-30 Minuten köcheln lassen, bis sie gar sind. In einem Sieb abgießen, gut abtropfen lassen und noch warm zu den Zwiebelringen geben. Das Olivenöl, den Knoblauch und etwas schwarzen Pfeffer hinzufügen, alles vermischen und abkühlen lassen. Nach dem Abkühlen behutsam die Kräuter unterheben, probieren und bei Bedarf nachwürzen.

Zum Servieren die Linsen hügelförmig auf einen großen Teller oder in einer Schüssel anrichten, dabei die Gorgonzolastückchen und die ofengetrockneten Tomaten nach und nach mit einbauen. Zum Schluss nach Belieben mit der beim Garen der Tomaten ausgetretenen Flüssigkeit beträufeln und servieren.

 

___

* = Affiliatelink

[genussvoll vegetarisch] Karamellisierter Fenchel mit Ziegenquark

Mensch, echt lange keinen Ottolenghi mehr im Blog gehabt! Abba gezz!

Ich habe mir quasi die Hacken abgelaufen, um diesen Ziegenquark zu bekommen. Und plötzlich liegt er da im Reformhaus in der Kühltheke. Musste natürlich sofort mit! Yotam Ottolenghi meint zwar in seinem “Genussvoll vegetarisch“*, dass man auch stattdessen jungen und frischen Ziegenkäse verwenden kann, aber wenn ich einmal angefixt bin, muss es genau diese Zutat sein. Das brachte mir mit der Zeit auch ein ordentliches Trockenlager ein. Verhungern würde ich hier wochenlang nicht ;-)

Aber es hat sich gelohnt, denn der Ziegenquark war wirklich wunderbar cremig, fast fluffig. Die feine Ziegennote passte wunderbar zum süsslichen Fenchel. Das Gericht merke ich mir für den Sommer, wenn bei des Mannes Eltern wieder gegrillt wird und ich dann gerne kleine, leichte Häppchen mitbringe.

Die Menge war für 2 nicht so hungrige Esser, wovon einer noch ein Steak dazu aß, genau richtig. Fenchelfans und Vielesser sollten vielleicht die doppelte Menge machen oder reichlich Beilage dazu einplanen.

Karamellisierter Fenchel mit Ziegenquark

Zutaten für 2:

  • 2 kleine Knollen Fenchel
  • 20 g Butter
  • 2 EL Olivenöl, plus mehr zum Beträufeln
  • 1 EL Zucker
  • 1/2 TL Fenchelsamen
  • Grobes Meersalz
  • schwarzer Pfeffer
  • 1/2 Knoblauchzehe, zerdrückt
  • 25 g Dill, grob gehackt
  • 70g Ziegenquark (oder cremiger junger Ziegenkäse)
  • Abgeriebene Schale von einer halben unbehandelten Zitrone

Zubereitung

Zuerst die Fenchelknollen vorbereiten. Dazu die Stängel mit dem Grün abschneiden und für die Garnitur beiseitelegen. Dann vom Wurzelansatz eine Scheibe abschneiden und trockene oder bräunlich verfärbte äußere Schichten entfernen, dabei darauf achten, dass die Basis intakt bleibt. Die vorbereiteten Knollen der Länge nach 1-1,5cm dicke Scheiben hobeln.

Die Butter mit der Hälfte des Öls in einer großen Bratpfanne bei hoher Temperatur erhitzen. Sobald die Butter zu schäumen beginnt, einige Fenchelscheiben nebeneinander in die Pfanne legen. Nicht zu viele Scheiben gleichzeitig hineingeben und die Scheiben nicht umdrehen oder in der Pfanne bewegen, bevor sie eine leicht goldbraune Färbung angenommen haben, was etwa 2 Minuten dauert. Mithilfe einer Küchenzange wenden und weitere 1-2 Minuten braten. Aus der Pfanne nehmen. Die restlichen Fenchelscheiben in der übrigen Butter-Öl-Mischung auf dieselbe Weise braten.

Sobald der gesamte Fenchel angebraten ist, den Zucker, die Fenchelsamen sowie reichlich Salz und Pfeffer ihn die Pfanne geben. 30 Sekunden erhitzen, dann alle Fenchelscheiben zurück in die Pfanne legen und 1-2 Minuten sanft karamellisieren (im inneren sollten sie noch fest bleiben, daher nur so lange in der Pfanne wende, bis sie ringsum mit dem schmelzigen Zucker und den Fenchelsamen überzogen sind). Den Fenchel aus der Pfanne nehmen und auf einem Teller abkühlen lassen.

Zum Servieren den Fenchel mit dem Knoblauch und dem Dill in eine Schüssel geben und vermischen. Auf einer Platte anrichten und löffelweise den Ziegenquark daraufsetzen. Mit etwas Olivenöl beträufeln und mit der Zitronenschale bestreuen. Mit dem Fenchelgrün garnieren. Bei Raumtemperatur servieren.

 

___

* = Affiliatelink